Notaufnahme im Dauereinsatz

Alkoholvergiftung: Mehr Frauen als Männer betroffen

München - Ein, zwei oder auch drei Mass - und dann wird's aber auch kritisch. Wer über den Durst trinkt, hat mit den Folgen zu kämpfen - manchmal sogar mit einer Alkoholvergiftung. Die Uni-Klinik zieht zur Wiesn eine erste Zwischenbilanz.

Zuerst steigt nur das Redebedürfnis an, dann sinken die Hemmungen und irgendwann kann sich mancher Wiesn-Besucher nicht mehr auf den Beinen halten. Oktoberfest-Bier hat einen höheren Alkoholgehalt als es der Gerstensaft normalerweise hat. Diese Tatsache wird von manchem Wiesn-Besucher unterschätzt - und er findet sich schließlich schlafend auf der Wiese hinter den Zelten wieder, im schlimmsten Fall sogar im Krankenhaus. Diagnose: Alkoholvergiftung.

Die Notaufnahme der Münchner Uni-Klinik hat damit während der Wiesn alle Hände voll zu tun. Die Halbzeitbilanz des Klinikums fällt daher auch erschreckend aus: Am ersten Wiesnwochende hatten mehr als die Hälfte der in der Notaufnahme behandelten Patienten eine Alkoholvergiftung. Das waren doppelt so viele wie an einem Wochenende außerhalb der Wiesnzeit.

Insgesamt hat die Notaufnahme laut Mitteilung seit Beginn des diesjährigen Oktoberfestes 85 Patienten mit Alkoholvergiftung behandelt. Der höchste Promillegehalt eines Patienten lag bei 3,14. Das Klinikpersonal hatte so viele Patienten zu behandeln, das sogar ein separater Saal zur Ausnüchterung eingerichtet werden musste.

Wer nun denkt, dass es vor allem Männer sind, die ihren Alkohlkonsum nicht kontrollieren können, der irrt: Am ersten Wiesn-Samstag etwa wurden mehr Frauen als Männer mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Doch der höchste Alkoholwert an diesem Tag geht auf das Konto eines Mannes - der traurige Rekord lag am ersten Wiesn-Samstag bei 2,5 Promille.

lot

Rubriklistenbild: © dpa

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