Ärger um qualmende Promis: Stadt warnt Wiesn-Wirte

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Ralf Möller ließ sich eine Zigarre schmecken

München - Das Rauchverbot in den Festzelten hat am mittleren Wiesnwochende besser funktioniert. Allerdings: Für Promis scheint es Ausnahme-Regelungen zu geben. Die Stadt warnt die Wiesn-Wirte.

Ein Kellner zeigt Ralf Möller die Rote Karte

Mitten in Käfer’s Festzelt steckt sich Schauspieler Ralf Möller eine Zigarre in den Mund. Er zündet sie an, zieht daran, pustet den Rauch aus und lacht selbstbewusst in die Kamera. Ein Kellner streckt ihm die Rote Karte entgegen. Auch er lacht. 
Was für die Männer ein Spaß ist, findet einer gar nicht lustig. Wirtschaftsreferent Dieter Reiter regt sich darüber auf. „Ich finde es bedauerlich, und habe mich tierisch geärgert, dass sich sogenannte Prominente mit Zigarre ablichten lassen“, sagt er. Und: „Einem Schauspieler mit Zigarre nur die Rote Karte zu zeigen, finde ich nicht lustig.“ Reiter warnt die Verantwortlichen, sie sollten nicht wegsehen: „Ich kann den Wiesn-Wirten nur empfehlen, so etwas nicht zu unterstützen.“

Ralf Möller qualmend auf der Wiesn

Die Wiesn-Promis vom Donnerstag

Ralf Möller ist nicht der einizige VIP, der im Zelt von Michael Käfer raucht. Auch Ex-Fußballer Stefan Effenberg saß bei einem feucht-fröhlichen Abend mit Frau Claudia und Kippe in der Schänke. Probleme bekam er deshalb offenbar keine.

So wild feiern die Effenbergs

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Eine Ausnahmeregelung für Promis scheint es auch im Hippodrom zu geben. Besucher beschweren sich darüber, dass sie selbst ständig zum Rauchen vors Zelt oder auf einen der Balkone mussten, während einige VIPs bei der Boris-Becker-Wiesn am Samstagabend im Mittelschiff geraucht haben. Unter anderem soll auch Beckers Ehefrau Lilly sich mehrmals eine Zigarette im Zelt angezündet haben. Wirt Sepp Krätz, an diesem Abend selbst mitten unter den Promis, will davon nichts mitbekommen haben. „Ich habe keinen gesehen“, sagt er. Und: „Ich hätte das bestimmt mitgekriegt.“

Wie die anderen Wirte auch, sagt Krätz: „Das Rauchverbot - das klappt super. Es gibt gar kein Problem.“ Und tatsächlich: Im Vergleich zum Wiesn-Auftakt-Wochenende herrscht inzwischen selbst in den großen Festzelten klare Sicht, die Luft riecht nicht nach Rauch. Die Bedienungen ermahnen Qualmer, teilweise müssen die Sicherheitsmänner einschreiten, schmeißen unbelehrbare Raucher sogar aus dem Bierzelt.

Allerdings: In manchen Zelten, wie zum Beispiel im Schottenhamel, stehen lange Schlangen an den Ausgängen, wo sich die Raucher ihre Wiedereinlass-Karten besorgen können. Im Hackerzelt gehen die Karten am Samstagnachmittag sogar ganz aus. Raucher müssen warten, bis jemand seine Karte zurückbringt.

Teilweise reagieren die Raucher darauf ungehalten bis streitlustig. Das kann auch eine Bedienung aus dem Mittelschiff des Hackerzeltes bestätigen: Die Besucher seien wegen des Verbots aggressiver. „Wir hatten am ersten Wochenende allein an unseren zehn Tischen vier Schlägereien.“ Auch Christian Schottenhamel sagt: „Ausreißer gibt es immer.“ Das weiß auch eine Bedienung aus dem Schützenfestzelt. Sie sagt: „Je höher der Alkoholpegel, desto schlimmer wird es.“

Von Bettina Link und Philipp Vetter

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