Eine gemütliche Wiesn

Unsere Bilanz: So war das 183. Oktoberfest

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München - Die von vielen im Vorfeld so kritisch beäugte Wiesn 2016 ist vorbei. Ein Oktoberfest der Rekorde war es nicht, dafür ein gemütliches. Wir haben Bilanz gezogen.

Das war sie also, die von so vielen im Vorfeld kritisch beäugte Wiesn 2016. Was wurde nicht alles befürchtet: Absagen, Terror, schlechte Stimmung. Am Ende muss man sagen: Alles halb so wild! 

Vielmehr war das 183. Oktoberfest wohl eines der gemütlichsten der letzten 15 Jahre. Wiesn-Chef und Münchens 2. Bürgermeister Josef Schmid brachte es bei der gestrigen Abschluss-Pressekonferenz auf den Punkt: „Stimmungsvoll, harmonisch, entspannt.“ 

Vor allem die neuen Sicherheitsvorkehrungen mit Zaun und Eingangskontrollen hatten vielen Stammgästen die Lust auf die Wiesn verdorben. Im Nachhinein kann man dem überarbeiteten Sicherheitskonzept aber viel Positives abgewinnen. 

Schmid lobte in diesem Zusammenhang auch die hervorragende Zusammenarbeit mit Polizei, Feuerwehr und Einsatzkräften des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK).

Zwar kamen mit 5,6 Millionen Besuchern erneut weniger Gäste auf die Theresienwiese (Vorjahr: 5,9 Millionen), dafür war die Grundstimmung aber deutlich entspannter und friedvoller.

Nicht umsonst sprach Josef Schmid von einer „Gute-Stimmung-Wiesn.“ Auch Wirtesprecher Toni Roiderer ist zufrieden: „Die Stimmung in den Zelten war gut, alles eine Spur gemütlicher.“

Deutlicher Rückgang von Körperverletzungsdelikten 

Wenngleich die Zahl der Polizeieinsätze auch in diesem Jahr wieder zurückgegangen ist, stellt Sprecher Marcus da Gloria Martins klar: „Leider ist das nicht im gewünschten Maß passiert.“ Trotzdem sind die Beamten zufrieden.

2120 Mal musste eine Streife der Wiesnwache ausrücken. Insgesamt ging es aber friedlicher und familiärer zu. Besonders die Fälle der schrecklichen Masskrugschlägereien seien zurückgegangen. 

Im Bereich der Strafanzeigen hat es ein deutliches Minus gegeben. Voll des Lobes ist man dabei über das Verhalten der Münchner. Da Gloria Martins: „Unsere Kollegen erlebten speziell hier einen besonders respektvollen und friedlichen Umgang. Das möchten wir ausdrücklich betonen.“ 

Einen leichten Anstieg gab es jedoch bei den Sexualdelikten, wie Polizeivizepräsident Werner Feiler erklärte. Und auch die Aggressivität gegenüber den Polizeibeamten sei insgesamt gestiegen.

Eine Bedienung zieht Bilanz: So lief es bei ihrer Wiesn-Premiere 

Ja da schau her: Für Chrissi Holzmann (32) war der verregnete Wiesn-Start „gar nicht so schlimm“. Denn die Laimerin bediente heuer erstmals auf dem Oktoberfest - im Biergarten der Ochsenbraterei.

Heuer das erste Jahr Bedienung in der Ochsenbraterei: Chrissi Holzmann.

Und da es die ersten Tage wetterbedingt eher gemächlich zuging, konnte sie erstmal in Ruhe lernen, wie alles so abläuft… Begeistert ist die Neu-Bedienung vor allem vom Team. „Viele der alten Hasen haben mir geholfen, es geht sehr familiär zu unter den Bedienungen.“ 

So manche von ihnen dürfte heuer enttäuscht sein: Die Wirte der großen Wiesnzelte melden zum Wiesn-Ende einen Rückgang an Essen und Trinken um 12 bis 15 Prozent im Vergleich zu 2015. 

Wiesn-Neuling Holzmann ist mit ihren Einnahmen trotzdem zufrieden. Wenn sie darf, will sie nächstes Jahr wieder in der Ochsenbraterei arbeiten. 

Nur eins würde sie ändern: „Ich würde mir gleich am Anfang mehr Blasenpflaster kaufen“, sagt sie und lacht. 

Das sagen die Schausteller 

Zieht - trotz Einbußen - ein positives Fazit zur Wiesn: Michaela Goetzke vom Skyfall.

Viel Regen: Für die Schausteller war es heuer ein harter Wiesn-Start. Das Schluss-Fazit ist bei vielen trotzdem positiv. „Klar waren es weniger Besucher als 2015 - aber die, die gekommen sind, haben sich vergnügt“, sagt etwa Michaela Goetzke (52) vom Skyfall.

Seit 1988 ist die Münchnerin auf der Wiesn. Heuer sei nicht das schlechteste Oktoberfest gewesen, sagt sie. „Es hat auch schon mal eine ganze Woche geregnet.“ Trotz Einbußen ist die Wiesn für die Familie immer noch die Top-Veranstaltung im Jahr. „Es kann nicht jedes Jahr ein Jahr der Rekorde geben.“ 

Auch Schausteller-Chef Edmund Radlinger (64) zieht eine positive Bilanz. Mit besser werdendem Wetter sei das Geschäft gut gelaufen. „Umsatzmäßig sind wir zwar im Vergleich zum Vorjahr hinten dran. Aber damit müssen wir leben.“ 

Und noch ein zuckersüßer Neuzugang...

Eigentlich wollte sich Julia Marie noch etwas Zeit lassen, die Mama nach dem Wiesntrubel etwas zur Ruhe kommen lassen, ehe sich dann alles um sie dreht. Doch dann wollte der jüngste Sprössling von Familie Neumeier sein Versprechen doch nicht einhalten. 

Julia Marie ist das Wiesn-Baby.

Die Wiesn ist halt ein Magnet. Und wieder ein Jahr warten: das konnte Julia Marie wirklich nicht... 2960 Gramm, 49 Zentimeter und pumperl-gsund. Die Wiesn 2016 war für Oma Annemarie (70) und Opa Helmut (73) von der Wurfbude Runter mit dem Zylinder wegen des schlechten Wetters durchwachsen.

Doch am letzten Wiesn-Samstag brachte ihre Enkelin den Sonnenschein zurück. Auch der stolzen Mutter Silvia (36) geht es gut. Julia Marie ist das Wiesn-Baby! 2960 Gramm, 49 Zentimter und pumperl-gsund

Zahlen rund um das Oktoberfest 2016: 58 Kälber verspeist, 660 Geldbeutel verloren

Das sind weitere aktuelle Zahlen rund ums größte Volksfest der Welt: Weniger Besucher trinken logischerweise auch weniger Bier: 

6,1 Millionen Mass waren es in diesem Jahr. 109 Ochsen (Vorjahr: 114) und 58 Kälber (ganze zehn mehr als 2015) wurden verspeist. Einen Rückgang gab’s auch bei den gestohlenen Maßkrügen: 96 000 (Vorjahr: 110 000).

2915 Fundsachen wurden im Wiesn-Büro abgegeben. Darunter waren 580 Ausweise, 410 Smartphones und 660 Geldbörsen. Auch kuriose Dinge wie Stöckelschuhe, eine Kinderlederhose, zwei Romane („Nie wieder Blondinen“) und ein ärztliches Attest waren dabei.

Das BRK meldet mehr Patienten (6992), aber drei Prozent weniger Verletzte als noch im vergangenen Jahr.

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