Bub (11) stirbt in der Wilden Maus

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Die Wilde Maus ist in Berlin Schauplatz eines Dramas mit Todesfolge geworden.

Berlin/München - Die Wilde Maus gilt als eines der begehrtesten Fahrgeschäfte der Münchner Wiesn. In Berlin starb darin jetzt ein Junge.

Es ist die Lieblings-Achterbahn von OB Christian Ude, eines der berühmtesten Fahrgeschäfte der Wiesn, ein Muss für Tausende großer und vor allem kleiner Karussell-Fans: die Wilde Maus, die Kult-Achterbahn mit den lustig verzierten Wagen, den rasanten Kurven und dem Spitzentempo von 50 km/h.

Doch am Wochenende geschah bei einem Volksfest in Berlin das Unfassbare: Ein Elfjähriger sackte während der Fahrt leblos zusammen und hörte auf zu atmen.

Es ist Samstag, 16.30 Uhr. Roy von J., seine Schwester Josie (10), ihr Onkel und der Partner ihrer Mutter steigen in die Wilde Maus. Bei 26 Grad und Sonnenschein. Bruder und Schwester sitzen nebeneinander. Es ist die erste Achterbahn-Fahrt ihres Lebens. Ein Augenzeuge steigt direkt hinter den Kindern ein, er berichtet: „Der Elfjährige ist plötzlich zusammengebrochen. Als die Wagen wieder stoppten, war er schon ganz grau.“ Er hilft, den Bewusstlosen aus der Bahn zu heben. Der Onkel des Buben, ausgebildeter Sanitäter, startet Wiederbelebungsmaßnahmen.

Der Notarzt trifft wenig später ein. Doch jede Hilfe kommt zu spät. Um 16.50 Uhr kann nur noch der Tod des Kindes festgestellt werden.

Wie konnte das Unglück nur geschehen? „Ich bin selbst ganz betroffen“, sagt der Wilde Maus-Betreiber, der Giesinger Peter Münch (56), zur tz.

Es ist zwar nicht der erste, aber der bei Weitem schlimmste Zwischenfall im Traditions-Fahrgeschäft. 2006 wurde eine 60-jährige Oktoberfest-Besucherin verletzt, als sie beim Aussteigen auf die Schienen stürzte. Fakt ist aber: Damals wie jetzt traf den Münchner Schausteller keine Schuld. Simone Herbeth, Sprecherin der Berliner Staats­anwaltschaft, erklärt: „Wir schließen einen Unfall oder Fremdverschulden aus. Derzeit deutet nichts darauf hin, dass der Tod mit der Ach­terbahn zusammenhängt.“

Auch der TÜV konnte keine Mängel feststellen. Die Wilde Maus läuft längst wieder, Betreiber Münch atmet auf. Bereits Ersthelfer hatten eine „Vorerkrankung“ des Buben vermutet. Etwa einen angeborenen Herzfehler. Die genaue Todesursache ist trotz erster Obduktion ungeklärt. Weitere Untersuchungen werden laut Staatsanwaltschaft „noch Tage in Anspruch nehmen“. Erst dann wird auch Roys Familie Gewissheit haben. Gewissheit über die wahre Ursache für einen unfassbaren Tod.

Det.

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