Wiesn Wissen: Tinnitus durch laute Blasmusik?

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Wenn‘s nach dem Wiesn-Besuch in den Ohren pfeift, sollte man lieber zum Arzt gehen.

Tinnitus im Bierzelt? Ist es möglich, dass laute Blasmusik auf der Wiesn ein Rauschen, Klingen oder Pfeifen in den Ohren verursacht?

Ein Hörsturz im Bierzelt ist für Dr. Florian Wendl , HNO-Arzt nichts Ungewöhnliches: „Bei jedem Oktoberfest habe ich mindestens einen Fall.“

Es kommt natürlich auf die Lautstärke an: Ein ruhiger Bach verursacht 50 Dezibel, eine Diskothek 100 und beim Rockkonzert in der ersten Reihe kriegen die Zuhörer 120 bis 130 Dezibel in die Ohren gedröhnt.

Bei 130 haben die meisten Menschen Schmerzen, bei einer Dauerbelastung von über 90 Dezibel entstehen Hörschäden. Ähnlich ist es mit dem Bierzelt: „Beim Hörsturz ist das ein Zusammenspiel aus Zeit und Lautstärke“, gibt Wendl zu bedenken. Auf dem Flughafen langt’s schon, sich eine Minute hinter eine Turbine zu stellen. Fürs Bierzelt braucht man einen Abend dicht neben der Musi. „Im Normalfall geht das nach einigen Tagen wieder weg.“ Trotzdem rät Wendl: Wenn man am nächsten Morgen ein Pfeifen im Ohr hat, lieber zum Arzt gehen!

Watte in den Ohren während der Wiesn nutzt gar nichts, auch die handelsüblichen Ohrenstöpsel nehmen nur einen geringen Schallpegel weg. Lieber zwischendurch am Abend mal rausgehen und in einer ruhigen Ecke kontrollieren, ob’s im Ohr pfeift. „Wobei das mit drei bis vier Mass Bier natürlich nicht mehr geht.“ Also: Besser gleich einen Tisch, der von der Musi wenigstens 20 Meter entfernt steht! Denn die Geräuschkulisse, die aus dem Stimmengewirr entsteht, ist völlig ungefährlich.

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