Warum gibt es in drei Zelten kein Radler?

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Eine Limo in eine volle Mass: Saskia versucht, sich ein Radler zu mixen

München - Radler-Wüste Oktoberfest! Täglich stehen viele Besucher vor einem Problem: In drei Zelten gibt es kein Bier mit Limo. Warum eigentlich nicht? Die tz hat nachgefragt.

Wie passt denn da noch die Limo rein? Wiesn-Besucherin Saskia ist hilflos: Statt eines Radlers hat sie im Augustinerzelt nur eine Mass und eine Limo statt einer gemixten Radler-Mass bekommen. „Das kann doch nicht sein: Jetzt muss ich erst die Mass halb austrinken, dass die Limo reinpasst. Dabei wollte ich ja eben gerade kein Bier … Außerdem zanhle ich dafür jetzt insgesamt 12,40 Euro – eine Frechheit!“
Saskia ist nicht die Einzige, die das ärgert: Täglich stehen Besucher in drei Zelten vor diesem Problem: im Augustiner, der Bräurosl und im Hackerzelt. Radler-Wüste Oktoberfest! Die CSU-Stadträte Mario Schmidbauer und Richard Quaas haben deshalb nun einen Antrag gestellt, in dem sie darum bitten, dass die Stadt mit diesen Wirten ein Gespräch sucht: „Ziel sollte es sein, Radlermassen in allen Zelten zu verkaufen.“

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Warum aber gibt es in ­diesen Zelten kein Radler – zumal der Wirt dadurch ja mehr verdienen würde, wenn er wie seine Kollegen eine ganz normale Mass abrechnet? Die tz hat nachgefragt. Im Käferzelt steht das Radler zwar nicht auf der Karte, Wirt Michael Käfer beteuert aber, auf Wunsch bekäme man ein fertig gemischtes Getränk.

„Das liegt an der Logistik“, sagt Augustiner-Wirt Manfred Vollmer. „Da wir aus dem Holzfass ausschenken und es ohnehin schon lange dauert, bis dieses Bier im Glas aufsteigt. Der Schankkellner hat nicht die Zeit, dann auch die Limo draufzuschenken.“ Auch Georg Heide von der Bräurosl verweist auf praktische Gründe: „In den Schänken ist einfach kein Platz, das Getränk zu mischen.“ Zudem sei diese Praxis historisch bedingt: „In der Konzession steht nur, dass wir Festbier und alkoholfreie Getränke ausschenken dürfen. Deshalb kommen die alkoholfreien Getränke auch extra von den Ständen im Zelt.“

Die Radler-Liebhaberin Saskia lässt solche Argumente nicht gelten: „Die anderen Zelte schaffen es doch auch irgendwie!“ Wiesnwirte-Sprecher Toni Roiderer (Hackerzelt) versteht die Aufregung nicht: „Wir haben doch freie Marktwirtschaft, das soll jedem Wirt selbst überlassen sein. Entscheidend ist, dass es in jedem Zelt alkoholfreie Getränke gibt.“ Im übrigen bekomme man einen zweiten Krug zum Mischen auf Wunsch dazu. Radler-Liebhaber begrüßen Quaas’ und Schmidbauers Antrag – heuer wird sich an der Radler-Wüste wohl aber nichts mehr ändern.

we./ nba./ cl.

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