Zu viel Alkohol und fettes Essen – Mediziner rät nach der Wiesn:

So wird Ihre Leber schnell wieder fit

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Nach dem Feiern und Trinken auf der Wiesn hilft z.B. Löwenzahn-Tee beim Entgiften

München - Wir haben gefeiert, getrunken, geschlemmt – und die Wiesn ausgiebig genossen. Für unser Gemüt ein Riesen-Spaß, für unseren Körper hingegen eine ziemliche Belastungsprobe. Jetzt ist es wichtig, zu regenerieren. Die besten Tipps.

Die Wiesntage sind vorbei. Doch jetzt beginnen die Krisentage der Leber. Zumindest bei allen, die sich öfter ein paar Mass gegönnt haben. Auch die vielen Wiesn-Schmankerl haben sich nicht gerade durch besonders wenige Kalorien ausgezeichnet: Zu fett, zu kohlehydratreich, zu wenig Vitamine.

Dr. Peter Janetschek

„Doch gerade Alkohol und Fett sind die beiden größten Genussgifte für die Leber“, sagt Dr. Peter Janetschek (56). Der Leber-Spezialist rät, dem größten Entgiftungsorgan unseres Körpers jetzt eine Verschnaufpause zu gönnen: „Die Leber ist zwar hart im Nehmen und verzeiht viele kleine Sünden. Sie kann sich regenerieren und neue Zellen bilden. Doch nach einer Dauerbelastung, etwa während der Wiesn, hat sich die Leber ein paar Streicheleinheiten verdient.“

Wichtigste Grundregel: Mindestens eine Woche lang keinen Alkohol trinken. Besser wären zwei, optimal sogar drei Wochen. Je nachdem, wie oft auf der Wiesn gefeiert wurde. Dabei hat Dr. Janetschek ein überraschendes Rezept: „Ich schwöre auf Münchner Leitungswasser vermischt mit einem Löffel Holundersirup. Gerade unser Wasser aus dem Hahn enthält viele wichtige Mineralstoffe und Holunderwirkstoffe regen die Leber an. Zur Entgiftung ist es zudem wichtig, genügend Wasser zu trinken. Zwei bis drei Liter pro Tag sollten es sein.“

Der große Wiesn-Kalorien-Check

Der große Wiesn-Kalorien-Check

Dr. Janetscheks zweiter wichtiger Ratschlag gilt für die Küche: „Essen Sie in den kommenden Tagen lieber italienisch statt bayerisch.“ Keine fettreichen und schwer verdaulichen Speisen, sondern leichte Salate, Gemüse, Fisch und Obst. Die Leber liebt zum Frühstück beispielsweise Joghurt, tagsüber Magerquark. Süßes schätzt sie dagegen gar nicht. Denn den vielen Zucker muss sie in Energie und Fett umwandeln. „Weniger Fett entlastet die Leber“, sagt der Internist. „Außerdem kommt es jetzt darauf an, während der Wiesn angesammelte Pfunde gleich wieder los zu werden, damit sie sich nicht auf Dauer festsetzen. Denn Übergewicht ist für die Leber ähnlich gefährlich wie Alkohol. Fett lagert sich gern in der Leber ab. Das schwächt dann nicht nur ihre Funktion, sondern kann sogar zu Diabetes oder Vorstufen davon führen.“

Abnehmen ist also Trumpf. Deshalb freut sich die Leber auch, wenn wir uns jetzt mehr bewegen und Sport treiben. Dr. Janetschek: „Jedes einzelne Kilo ist ein Gewinn. Fünf Kilometer sind in einer Stunde zu schaffen. Das ist ungefähr die Dosis, die unserem Stoffwechsel jetzt gut tut.“ Gut tun dem Stoffwechsel auch Sauna-Besuche. „Das Schwitzen schwemmt zusätzlich Schlackenstoffe aus und entgiftet den Körper“, so Dr. Janetschek. „Allerdings muss man dann auch mehr trinken, so dass man auf etwa vier Liter Wasser pro Tag kommt.“

Wer auch noch abends eine Stunde früher als sonst zu Bett geht und länger schläft, verschafft der Leber damit eine Stunde mehr Ruhe. Sie kann sich dann besonders schnell erholen. Dr. Janetschek: „Von einer gesunden Leber profitiert der ganze Körper“.

Michael Timm

Naturheilkunde: 10 wichtige Tipps

- Bitter schmeckende Lebensmittel enthalten Substanzen, die die Entgiftung der Leber unterstützen. Nebenbei fördern diese Bitterstoffe die Bildung von Gallenflüssigkeit, was die Verdauung anregt. Passend: Oliven oder Tee aus Löwenzahnblättern.

- Zwei bis drei Esslöffel Leinöl pro Tag vor den Mahlzeiten hilft der Leber enorm beim Entgiften. Dieses Öl enthält eine der höchsten Konzentrationen an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Es schmeckt auch prima zu Rohkost, Kartoffeln oder Quark.

- Chicorée gilt als wahrer Turbo für die Fettverdauung und eignet sich besonders roh zum Dippen mit Quark oder leichten Soßen. Oder man mischt die Blätter einfach in den Salat.

- Artischocken regen mit ihrem Bitterstoff Cynarin den Gallenfluss an und unterstützen die Fettverdauung. Gleichzeitig wirken sie positiv auf den Leberstoffwechsel und senken den Cholesterinwert. Man kann sie entweder frisch zubereitet oder in Form von Kapseln zu sich nehmen (gibt’s in Drogeriemärkten). Vorsicht: Bei Gallensteinen sollten Sie Artischocken-Präparate nur nach Rücksprache mit dem Arzt nehmen.

- Heißes Wasser mit etwas Ingwer hilft der Leber beim Entgiften und beruhigt den Magen. Am besten vor und nach dem Essen ein Glas heißes Ingwerwasser trinken.

- Rosentee stärkt Leber und Galle und beruhigt das Herz. Eine Handvoll getrocknete Rosenblütenblätter mit einem dreiviertel Liter Wasser überbrühen und zehn Minuten ziehen lassen. Heiß mit Honig gesüßt oder kalt mit Zitrone trinken.

- Die Süssholzwurzel ist ein wichtiges Heilmittel in der chinesischen Pflanzenheilkunde und wird dort unter anderem zum Schutz der Leber vor Giftstoffen und sogar bei chronischer Hepatitis eingesetzt.

- Mariendistel-Extrakte lindern Leber- und Gallenbeschwerden durch ihren Wirkstoff Silymarin. Er schützt die Leberzellen, verbessert ihre Funktion und fördert die Regeneration geschädigter Zellen. Zusätzlich schützen die Wirkstoffe der Mariendistel die Leberzellen vor dem Eindringen neuer Gifte.

- Pfefferminztee wirkt entspannend auf die glatte Muskulatur. Das entlastet die Leber, weil sich die Gallengänge erweitern und die Gallenflüssigkeit besser abfließen kann.

- Ein warmer Heublumensack über der Lebergegend gilt als Geheimwaffe. Legen Sie dazu einen Heublumensack (in Apotheken) für zehn Minuten in einen Topf mit siedendem Wasser und lassen sie ihn 15 Minuten mit geschlossenem Deckel ziehen. Danach mit einer Küchenzange herausnehmen und zwischen zwei Küchenbretter auspressen. Nun legen Sie den Heublumensack bei 38 bis 42 Grad Wärme auf den Bauch. Kontrollieren Sie die Temperatur mit einem Fieberthermometer. Wird der Sack nicht genügend ausgedrückt, kann es zu Verbrennungen kommen. Alles 20 bis 30 Minuten wirken lassen.

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