Keine gute Idee

Was der Wiesn-Besucher besser lassen sollte

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Ein Schläfchen an der Bavaria: Nur eine Sache, die Oktoberfestbesucher unbedingt vermeiden sollten.

München - Wie verhält man sich eigentlich auf dem Oktoberfest? Eine schwierige Frage. Wir verraten Ihnen zumindest, was Sie bei Ihrem Wiesn-Besuch besser NICHT tun sollten.

Ein paar Liter Bier, ausgelassene Feierstimmung und tausende von Menschen auf engstem Raum: Diese Mischung führt jedes Jahr dazu, dass auf der Wiesn die skurrilsten Dinge geschehen. Doch nicht alles ist eine gute Idee. Wir haben für Sie eine Liste mit Aktionen zusammengefasst, die Sie bei Ihrem Oktoberfestbesuch besser unterlassen sollten:

An der Bavaria den Rausch ausschlafen

Die berühmte Wiese an der Bavaria ist jedes Jahr zur Oktoberfestzeit Treffpunkt für zahlreiche Wiesn-Besucher. Kurz frische Luft schnappen, zur Verrichtung der Notdurft in die Büsche kriechen oder den Rausch ausschlafen: Das Bild, das sich vorbeilaufenden Oktoberfestbesuchern an dieser Wiese täglich bietet, ist oft schockierend. Doch wer seinen Freizeit-Rausch privat ausnüchtern möchte, ohne dass der Chef von den Eskapaden etwas mitbekommt, sollte diesen Ort meiden. Jedes Jahr dient diese Wiese mit ihrem herrlich abschreckenden Anblick als beliebtes Motiv für Fotografen, die die Abgründe des Oktoberfests dokumentieren wollen.

Als Frau aufs Herrenklo gehen

Immer wieder dasselbe: Während vor der Herrentoilette gähnende Leere herrscht, bilden sich vor dem Frauenklo ellenlange Schlangen: Gerade in den Festzelten auf dem Oktoberfest gehört dieses Erlebnis zu jedem Wiesn-Besuch dazu. Wenn das viele Bier auf die Blase drückt, überwindet so manch eine Oktoberfestbesucherin ihren Ekel und wagt sich mit Heldenmut aufs Herrenklo. Doch diese Überwindung wird meist nicht belohnt. Stattdessen darf sich die kühne Festzeltbesucherin wüste Schimpftiraden der männlichen Gäste anhören. Das sollte Frau sich lieber ersparen.

In letzter Minute zur Festzelt-Toilette

Die Stimmung ist bestens, das Bier süffig und die Festzelte gerammelt voll: Nur ungern möchte man sich da inmitten all der feierwütigen Oktoberfestbesucher von seinem Tisch entfernen. Doch wenn die Blase unerträglich drückt, führt am Gang zur Toilette kein Weg mehr vorbei. Natürlich ist die Schlange vor dem Klo dann besonders lang, jede Kabine scheinbar minutenlang belegt. Wer einmal mit voller Blase vor den Waschräumen im Festzelt eine Viertelstunde lang angestanden hat, wird es nie wieder soweit kommen lassen. Denn eines ist sicher: Dieses Festzelterlebnis ist eine Höllenqual.

Wildbieseln

Männer haben es in Sachen Klo leicht. Sollte es sich vor der Herrentoilette doch einmal stauen, weichen viele Naturburschen auf Gebüsche und umliegende Grünflächen aus. Doch Obacht! Die Polizei auf dem Oktoberfest ist von der steigenden Zahl der "Wildbiesler" äußerst genervt und verhängt heuer dicke Bußgelder für das öffentliche Verrichten der Notdurft. 35 Euro kostet die Ordnungswidrigkeit - da sollte Mann sich doch zweimal überlegen, wo er seine Blase entleert.

Die Flüssigkeitsmenge in der Mass allzu genau prüfen

Wer als Bedienung auf dem Oktoberfest arbeitet, ist wahrlich nicht zu beneiden: Tausende Festzeltgäste drängen sich auf engstem Raum und bestellen das Bier im Minutentakt - zack zack, bitteschön! Jeder, der regelmäßig auf dem Oktoberfest unterwegs ist, weiß auch: Man darf es sich mit den Bedienungen nicht verscherzen! Denn sie allein haben die Macht über Bier und Brotzeit, über gemütliche Feieratmosphäre und Service im Festzelt. Wer bei seiner frischen Mass Bier anfängt, die Flüssigkeitsmenge millimetergenau nachzumessen, der hat schon verloren: Erfahrungsgemäß ist dies eine todsichere Methode, mit der man jede Bedienung in jedem Festzelt vergrault. Die darauffolgende Bewirtung ist, wenn überhaupt noch vorhanden, miesepetrig und sehr langsam. Deshalb unser Rat: Nehmen Sie es trotz der Wucher-Bierpreise nicht allzu genau. Zur Wiesn gehört schließlich neben der Bier-Mass auch die bayerische Gmiatlichkeit...

Freundin verlieren

Jedes Jahr landen abertausende Gegenstände im Wiesn-Fundbüro. Von Geldbörsen über Handys bis hin zu ganzen Dirndln reicht das Repertoire der Fundstelle. Wer die verlorenen Schätze einmal begutachten darf, weiß: Es gibt dort nichts, was es nicht gibt. Diese Tatsache hat jüngst auch ein US-Amerikaner ein bisschen zu weit interpretiert: In der ersten Wiesn-Woche tauchte er im Fundbüro auf und verlangte seine Freundin zurück. Sichtlich entsetzt und enttäuscht sei der Mann gewesen, als die Mitarbeiter ihm mitteilten, dass Menschen nicht zum Inventar der Wiesn-Fundstelle gehören.

Die Schürze falsch binden

Flirten und Anbandeln gehören genauso zur Wiesn wie das Bier. Doch dabei kann Frau einiges falsch machen! Schon die Dirndlschürze signalisiert einem Mann, ob er ihre Trägerin ansprechen darf. Links gebundene Schürze heißt unverheiratet, rechtsgebundene Schürze verheiratet. Auch wer im Festzelt statt Busserl und Komplimente nur Beileidsbekundungen erntet, sollte einen kritischen Blick auf die eigene Schürze werfen: Ist die Schleife in der Mitte gebunden, heißt das "verwitwet". 

Betrunken Geisterbahn fahren

2012 kam es auf dem Münchner Oktoberfest zu einem reichlich skurrilen Vorfall: Ein 22-Jähriger rief nach dem Besuch einer Geisterbahn die Polizei. Ein "unbekannter Geist" habe ihm ins Gesicht geschlagen. Der Täter wurde nie gefasst. Außer, dass der Besucher des Fahrgeschäfts extrem alkoholisiert war, konnte die Polizei keine Erkenntnisse zu dem Fall erlangen.

Einen Wiesn-Ordner am Bart zupfen

Kein Scherz - am Halbzeitsonntag des Oktoberfests 2014 provozierte ein 33-jähriger Wiesn-Besucher die Ordner eines Bierzeltes, indem er ihnen an ihren Bärten zupfte. Nachblickend war diese Aktion absolut keine gute Idee: Die provokante Tat führte den 33-Jährigen auf direktem Wege zur Wiesn-Wache. Dort wurde er nach Angaben der Polizei wegen seines andauernd aggressiven Verhaltens festgenommen.

"Krank" auf die Wiesn

Es soll ja furchtbar ansteckend sein, dieses Wiesn-Fieber: Jedes Jahr infiziert es tausende von Menschen, die dann in heller Aufregung alles stehen und liegen lassen, nur um in München das Oktoberfest zu besuchen. Doch sich bei akuten Symptomen früh morgens beim Chef krank zu melden, ist keine gute Idee. Ein Ausflug aufs Oktoberfest bleibt selten geheim. Kein Wunder: Bei sechs Millionen Besuchern jährlich trifft jeder Besucher irgendwann auf ein bekanntes Gesicht. Schnell läuft man einem lieben Kollegen oder dem Freund einer Freundin des Chefs in die Arme. Ob der Tag auf der Wiesn allerdings eine Kündigung der Arbeitsstelle wert ist? Wir empfehlen allen Wiesn-Virus-Infizierten: Einfach nächstes Jahr zur Oktoberfestzeit Urlaub beantragen.

Mass auf Ex trinken

Sie genießen ihren Moment der Aufmerksamkeit, wenn sie die Bierbank erklimmen, ihre volle Mass ansetzen um diese dann in einem Zug zu leeren: Kampftrinker gibt es täglich in jedem Zelt auf dem Oktoberfest zu sehen. Beifall ernten sie für ihre Trinkfestigkeit allerdings nicht immer. Münchens Ex-Oberbürgermeister Christian Ude ist kein Fan dieser Leute. Er wünscht sich, solche Festzeltbesucher künftig einfach rauszuschmeißen. "Für mich ist so jemand ein Vollidiot", sagt Ude im Interview. Und mal ehrlich: Bei diesen Bierpreisen ist Mass-Exen wirklich ein sehr verschwenderischer Spaß. 

vin

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