Das Oktoberfest und die bayrische Sprache

„Ja, selbstverständlich ...“, will man dem Fragenden antworten, „… sicher können`s das Oktoberfest auch ohne Kenntnisse der bayrischen Sprache genießen – aber hilfreich wäre es schon.“

So in etwa könnte der Rat lauten, der dem Besucher dann eine ganz besondere „Wiesn“ beschert. Denn nicht nur das Oktoberfest, auch die bayrische Sprache ist ein Erlebnis.

Das Oktoberfest für die ganze Familie

Das Oktoberfest ist wie jedes anständige Volksfest natürlich auch eine Attraktion für die ganze Familie. Das liegt nicht zuletzt an den Fahrgeschäften und Schaustellern. In Kenntnis der bayrischen Sprache wird z. B. die Fahrt auf dem „Teufelsrad“ zum besonderen Erlebnis. Während man auf dem drehenden Rad sitzt, gilt es, auch nach Bewurf mit Schaumstoffbällen nicht die Balance zu verlieren. Highlight ist der Rekommandeur, der das schadenfrohe Publikum auf Bayrisch anfeuert und das Verhalten der Fahrgäste „kommentiert“. Schon Karl Valentin und Liesl Karlstadt amüsierten sich auf Feldl's Teufelsrad. Nicht weniger lustig geht es beim „Schichtl“ zu. Das legendäre Wiesn-Varieté, das sein Publikum mit Puppenspiel, Zauberei und allerlei Kuriositäten erstaunt, „enthauptet“ noch heute eine Person aus dem Publikum. „Da sehts das Gurglzapferl, wia's zum letzten Mal zuckt“, warnt der Illusionist, bevor der makabre Spaß beginnt. Auch am „Toboggan“, einer legendären Rutschbahn; dem Kettenflieger Kalb (lustigerweise bemalt von einem Herrn Ochs) und natürlich beim Riesenrad kommt der Besucher in Kontakt mit „bayrischem Urgestein“ und der Landessprache.

„Speis und Trank hält Leib und Seel' zusammen“, dieser weise Spruch könnte durchaus von einem Bayer stammen. Spätestens, wenn zu Beginn des Oktoberfestes das „O'zapft is“ durchs Festzelt hallt, gibt es kein kulinarisches Halten mehr. Flüssiges Gold rauscht aus den Zapfhähnen. Weisswiaschd, Brezn, Haxn, Lewakaas, Obazda und Lebkuchenherzen regen die Geschmacksknospen an.

Missverständnisse vermeiden und Schäden begrenzen

Die Wiesn hat ohne Zweifel Tradition. Und was wäre die Tradition ohne die landestypische Tracht? Wer sich stilsicher auf der Wiesn bewegen will, kommt um Dirndl und Lederhose nicht herum. Das betrifft nicht nur die Prominenz in „Käfers Wiesnschänke“ , die alles versucht, sich entsprechend in Szene zu setzen. Die Damen wissen um den besonderen Reiz des Dirndls. Die Taille wird betont, der weibliche Hüftschwung ebenso und das Holz vor der Hütt'n – Pardon, das Dekolleté in Form gebracht. Aber Vorsicht! Der Bayerin bitte nicht zu tief ins Dekolleté und auf die „Gaudinockerln“ schauen. Sonst könnte es von ihr eine „Watschn“ setzen. Oder aber der bayrische Lebensabschnittsgefährte droht: „I schdreichda glei oane auf!“

Grundkenntnisse der bayrischen Sprache sind also nicht wirklich unentbehrlich, machen die Wiesn aber erst recht zum ultimativen Erlebnis. Und für alle Sprachinteressierte bietet das Münchner Unternehmen tutoria seit diesem Jahr sogar einen Bayrisch-Onlinekurs an, in dem Nicht-Bayern die wichtigsten Vokabeln und Redewendungen von einem waschechten Bayern beigebracht bekommen.

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