Das Lebkuchenherz

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Lebkuchenherz

Ob als Liebeserklärung, zu neckischen Beleidigung oder einfach nur als Mitbringsel, das Lebkuchenherz ist der Verkaufsschlager auf der Wiesen.

Wohin man sieht – überall findet man mit Lebkuchenherzen üppigst behängte Buden. Von ganz klein bis ganz groß, in den wildesten Farben oder doch eher zurückhaltend, dezent – es gibt für jeden das perfekte Lebkuchenherz.

Die Münchner Oktoberfest Lebkuchenherzen sind eine Erfindung der Neuzeit und entstanden schlicht und ergreifend zum Zwecke des Konsums. Der Münchner Gustav Teschernich belieferte vor 35 Jahren mit seinem Bäckereibetrieb die Händler auf dem Oktoberfest. Die urprüngliche Variante von Lebkuchenherzen war spitz zulaufend, was aber nicht wirklich Beifall fand. Schokoladenherzen konnte Terschnich gut verkaufen, stand mit diesen jedoch vor dem Problem das Schokolade nun mal gerne verläuft. So kam Gustav Tschernich zusammen mit seiner Ehefrau auf die Idee anstatt spitzer Herzen oder Schokoladenherzen runde Lebkuchenherzen zu kreieren – und der Rummel um die Oktoberfestherzen begann.

Die Geschichte der Lebkuchenherzen

So jung wie die Oktoberfestherzen sind, so alt sind Lebkuchen. Denn letztendlich sind die Festherzen genau das: Lebkuchen. Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen von Lebkuchen ähnlichen kleinen Honigkuchen sind auf 350 vor Christus zurückdatiert. Jedoch geht man aufgrund von Grabbeigaben davon aus das auch die alten Ägypter schon um die Schmackhaftigkeit von Lebkuchen wussten. Selbst die Römer buken bereits die würzige Leckerei, sie jedoch aßen die Lebkuchen nicht sondern hängten sich diese um da sie an magische Kräfte der Zutaten glaubten. Zu den Zutaten der Lebkuchen wie sie heute hergestellt werden gehören Honig und vielfältige Gewürze wie Anis, Kardamom, Ingwer, Nelken, Fenchel, Muskat, Piment, Koriander, Macis und Zimt. Die heutige Variante unserer Lebkuchen hat seinen Ursprung in Belgien, denn diese Form der Lebkuchen wurde dort im 12. Jahrhundert in der Gemeinde Dinant erfunden. Nachdem die süße Leckerei nach und nach bekannter wurde siedelten sich im 16. Jahrhundert die Hauptproduktionszentren in Städten wie Nürnberg, Köln, Augsburg und Ulm an. Diese Städte waren damals große Handelszentren und ermöglichten somit den Lebkuchenbäckern immer ausreichend mit den Gewürzen aus fernen Ländern versorgt zu sein. Seit damals hat sich der einfache Lebkuchen weiterentwickelt und sich auch weiter verbreitet.

In Russland gibt es Lebkuchen unter dem Namen Prjaniki und wird dort bevorzugt zu einer Tasse Tee zu sich genommen. Sowohl in Osteuropa, Skandinavien und auch im englischsprachigen Raum sind Lebkuchenhäuser bekannt und beliebt. Auch in Österreich gibt es eine lange Tradition des Lebkuchen Backens welche teilweise bis in das 15. Jahrhundert zurückreicht. Ähnlich den Münchnern haben die Gmundener in Oberösterreich Herzförmige Lebkuchen liebgewonnen, so werden dort jährlich am Liebstattsonntag große Lebkuchenherzen verschenkt.

Die mit Zuckerguss und bunten Schriftzügen verzierten Lebkuchenherzen sind und bleiben jedoch eine Spezialität der Münchner Lebkuchenbäcker. Wenn auch Gustav Tschernich bedauert das die Schriftzüge heutzutage immer kürzer werden und nicht mehr dem entsprechen was er ursprünglich mit seiner Frau entworfen hat. So steht heute oft nur noch ein „Spatzl“ oder „Lausbua“ auf den Herzen, wo früher in kleiner Form Poesie ihren Platz gefunden hatte. Dennoch kann so mancher sich noch immer poetisch auf einem eigenen Lebkuchenherzen ausleben. Immer mehr Lebkuchenherzen Stände auf dem Oktoberfest bieten individuelle Verzierungen an. Ein Vorschlag hierzu wäre „Wer nicht genießt, ist ungenießbar.“ von Konstantin Wecker.

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