Hätten Sie's gewusst?

Hier haben sie das Prosit erfunden

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Das erste Augustinerzelt ähnelte mehr einer Burg als einer Bierhalle. Der Wirt Georg Lang stellte es auf einen Platz, der für fünf Buden vorgesehen war – und erfand dort das Prosit.

München - "Ein Prosit der Gemütlichkeit" - Ohne macht das Bier-Mass-Stemmen auf der Wiesn nur halb so viel Spaß. Die tz erklärt, wie die Tradition entstanden ist.

Eigentlich wollte die Augustiner- Brauerei 1898 kein großes Zelt auf der Theresienwiese aufstellen. Wie in den Jahrzehnten davor, sollte die älteste Biermarke der Stadt in Buden ausgeschenkt werden. Dass auf dem Oktoberfest plötzlich eine riesige Bierhalle stand, verdankten die Besucher einem Trick des Augustiner-Wirts Georg Lang aus Nürnberg. Der hatte sich über Strohmänner eine Fläche gesichert, auf der fünf Buden stehen sollten. Darauf stellte er seine Bierburg. Auch mit den übrigen Zulassungsbedingungen nahm er es nicht so genau. Obwohl er nicht aus München stammte und den Ausschank auch nicht selbst bewirtschaftete, gelang ihm der Einzug auf die Wiesn.

Und Lang hatte noch mehr Ideen, mit denen er die Wiesn verändern sollte. Man könnte ihn sogar den Vater der Bierzeltstimmung nennen. Als erster Wirt stellte er eine Kapelle ein, verteilte Texthefte zum Mitsingen. Um den Bierabsatz anzukurbeln, ließ er sich Trinksprüche einfallen. So entstand das berühmte "Prosit der Gemütlichkeit". Aus Stolz über seinen genialen Einfall pinselte er den Satz sogar an die Zeltfassade.

Die hat sich seit Langs Zeit gewaltig verändert. 1926 kam unter Wirt Xaver Kugler im Rahmen eines Neubaus der berühmte Bierturm dazu. Das Wahrzeichen brannte aber im Zweiten Weltkrieg ab. Zur Jubiläums-Wiesn 2010 ließ ihn die Brauerei wieder auferstehen – originalgetreu, aber mit integriertem Fasslager.

Denn eines hat sich im Augustinerzelt seit 116 Jahren nicht verändert: Der Edelstoff sprudelt bis zum heutigen Tag aus dem Holzfass statt aus dem Stahlcontainer.

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