Reservierungs-System soll geändert werden

Wiesn-Wirte sind gegen neue Regeln

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Über mangelnden Andrang können sich die Wiesn-Wirte eigentlich nicht beklagen.

München - Nach der Wiesn ist vor der Wiesn: Zwei Monate nach dem Oktoberfest wird hinter den Kulissen heftig um die Reservierungs-Regeln für 2013 gerungen.

Update vom 17. Juli 2017: Wie kann ich noch einen Tisch in einem Festzelt reservieren? Und wie geht das überhaupt. Wir haben alle Infos zur Reservierung auf dem Oktoberfest 2017 zusammengefasst.

Die Entscheidung sollte eigentlich längst gefallen sein. Wiesn-Chef Dieter Reiter wollte seine Pläne „spätestens im Sommer“ vom Stadtrat absegnen lassen. Passiert ist bisher nichts.

Die Verzögerung ist ein deutliches Indiz dafür, dass es rumort hinter den Kulissen. Zuletzt beschäftigte sich der Stadtrat im September mit den neuen Reservierungs-Modalitäten, das Thema wurde jedoch auf Bitten der CSU vertagt. Im Oktober und November standen sie dann plötzlich nicht mehr auf der Tagesordnung. Das Beschlusspapier sei noch nicht fertig, hieß es. Dabei hatte sich Reiter keinen Zentimeter bewegt.

Die Zeit drängt. Im Januar laufen die Reservierungen für die Wiesn 2013 an. Will man die Spielregeln für das kommende Jahr ändern, sollte die Entscheidung in der letzten Sitzung des Jahres im Dezember fallen. Das ist auch der Plan.

Reiter, der sein Amt als Wiesn-Chef auch als Bühne für seine Bewerbung um den OB-Posten nutzt, will es den Münchnern wieder leichter machen, ohne Reservierung aufs Fest zu gehen. Unsere Zeitung hatte bereits im April darüber berichtet. Reiters Vorschlag: Von Montag bis Freitag sollen 25 Prozent aller Plätze frei bleiben, an Wochenenden und Feiertagen bis 15 Uhr die Hälfte und danach 35 Prozent. In Zahlen bedeutet das, es blieben täglich 6750 Plätze zusätzlich frei verfügbar.

Besucher, Bier & Bares: Die Wiesn in Zahlen

Besucher, Bier & Bares: Die Wiesn in Zahlen

Toni Roiderer .

Den Wirten stößt der Vorschlag bitter auf. Nicht zuletzt ihrem Wirken hinter den Kulissen ist es zuzuschreiben, dass sich die Entscheidung verzögert. Reiter hört sich die Bedenken durchaus an. Zuletzt wartete er eine schriftliche Stellungnahme der Wirte ab, ohne die er nicht ins Plenum wollte. Seine Meinung aber steht felsenfest. „Ich werde meinen Antrag nicht ändern“, versicherte er unserer Zeitung auf Anfrage. Reiter bleibt dabei: Er tue den Münchnern etwas Gutes, ohne die Wirte über Gebühr zu belasten. „Wir sind voller Sorge“, sagt hingegen Toni Roiderer, der Sprecher der Wiesn-Wirte. 90 Prozent der Oktoberfestbesucher kämen aus einem Ort, dessen Postleitzahl mit einer 8 beginnt - also München und Umgebung. Vereine und Firmen, die Jahr für Jahr Tische buchen, könnten nicht mehr als Gruppe das Fest besuchen. „Man kennt sich am Tisch, es ist gesellig“, sagt Roiderer. Wenn man aber die Gruppen auseinanderreiße, „kennen sich die Leute nicht, es gibt mehr Reibereien, es könnte sogar mehr Sicherheitsprobleme geben“.

Das bestehende Reservierungs-System habe sich jahrzehntelang bewährt. Roiderer versteht nicht, warum man es jetzt ändern sollte. „Wir sind nur die Beschicker“, betont er. „Wir machen das, was die Stadt uns vorgibt.“ Nicht zuletzt befürchte er aber, dass bei schlechtem Wetter Plätze leer bleiben könnten, wenn sie nicht reserviert sind. 20 Prozent frei zu halten, das könne man gerade noch verkraften. Alles andere sei ein „gravierender Einschnitt“.

„Meine persönliche Meinung: Wir müssen uns bei 20 Prozent treffen“, findet CSU-Stadtrat Mario Schmidbauer, Am liebsten wolle die CSU aber alles so lassen, wie es ist. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt Wirte-Sprecher Roiderer.

Reiter indes zeigt keine Anzeichen, sich erweichen zu lassen. Er will seinen Vorschlag - jetzt endlich - im Dezember durchbringen.

Von Thomas Schmidt

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