Schunkeln statt Schlägern

Wiesn-Tische: Reiter legt sich mit Wirten an

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Wirte-Sprecher Toni Roiderer und Wiesn-Chef Dieter Reiter (SPD)

München - Wiesn-Chef Dieter Reiter (SPD) bleibt hart: Die Wirte sollen sich bei den Reservierungen mäßigen und mehr Plätze für die Münchner freihalten – und gegen den Ärger der Gäste helfe die richtige Musik. Schunkeln statt Schlägern!

Update vom 17. Juli 2017: Wie kann ich noch einen Tisch in einem Festzelt reservieren? Und wie geht das überhaupt. Wir haben alle Infos zur Reservierung auf dem Oktoberfest 2017 zusammengefasst.

Die Wiesn-Wirte haben gegen den Plan gewettert, Sprecher Toni Roiderer warnt gar vor mehr Streit im Zelt, zuletzt sprang noch die CSU zur Seite. Doch Wiesn-Chef Dieter Reiter (SPD) bleibt hart: Die Wirte sollen sich bei den Reservierungen mäßigen und mehr Plätze für die Münchner freihalten – und gegen den Ärger der Gäste helfe die richtige Musik. Schunkeln statt Schlägern!

Auf geht’s zur Wiesn – und dann sind alle Zelte dicht! Der Wirtschaftsreferent und oberste Wiesn-Chef Reiter geißelt die vielen vorab belegten Tische: Die Wirte sollen in beiden Wochen insgesamt 148 000 mehr Plätze freihalten, statt an langjährige Stammkunden zu vergeben. „Das Ziel ist, mehr Besuchern aus München und dem Umland einen Spontanbesuch auf der Wiesn zu ermöglichen“, erklärt OB-Kandidat Reiter, für den das Fest auch Wahlkampf ist. Das Thema gärt lange, am Dienstag entscheidet der Stadtrat.

Die Wirte warnen vor „ganz gravierenden Konsequenzen, die den Charakter der Wiesn verändern könnten“. Sprecher Roiderer erklärt: „Wir haben es mit Hilfe der Reservierungen erreicht, eine positive und gesellige Atmosphäre zu schaffen.“ An reservierten Tischen feierten kleine Gruppen, da gäbe es keinen Streit mit neuen Gästen um freie Plätze. Die Zeitbegrenzung sorge für weniger Alkohol-Ärger, weil die Gäste nur wenige Stunden sitzen. Auf freien Plätzen können sie den ganzen Tag Mass um Mass kippen. Party-Frühansteher hätten mehr Chancen.

 Reiter will davon nichts wissen: Die Wirte sollten sich auf den Ansturm lieber mit einem „gut funktionierenden Einlasskonzept“ vorbereiten. Und gegen den Ärger helfe auch die richtige Melodie: „Erfahrungsgemäß kann die Verweildauer der Gäste und das Trinkverhalten auch durch die Auswahl der Musikstücke beeinflusst werden.“ Auch der CSU-Forderung, statt mehr freier Plätze lieber einen Tag ans Fest anzuhängen erteilt er eine Absage – wegen der Belastung der Anwohner.

David Costanzo

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