DJ Ötzi führt die Gema-Charts an

Wie viel man mit einem Wiesn-Hit verdient

Führt die Gema-Charts an: DJ Ötzi (r.) mit „Ein Stern“. dpa

München - Die Gema schüttet Geld pro gespieltem Lied im Bierzelt aus – reich werden Komponisten und Texter durch das Oktoberfest aber nicht.

Nur den Wiesn-Wirt umranken noch mehr Mythen als die Verfasser von Wiesn-Hits. Von der Lizenz zum Gelddrucken ist die Rede und knapp 300 Musiker reichten allein dieses Jahr ihre Lieder beim Wettbewerb der Wiesn-Seite unserer Zeitung www.oktoberfest-live.de ein, in der Hoffnung, einmal einen Wiesn-Hit zu landen. Doch wie funktioniert das Geldverdienen mit den Wiesn-Liedern? Und werden die Verfasser wirklich reich?

Das Geld kommt von einem Verein mit sperrigem Namen: der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte – kurz Gema. Sie kassiert bei den Veranstaltern Gebühren für das Spielen von Musik und schüttet es dann an die Komponisten und Texter aus.

Für die Wiesn-Wirte ist das nicht billig. Denn die Gebühr bemisst sich vor allem nach der Größe der Veranstaltungsorte. Bei einem der großen Zelte mit einer Fläche von 7000 Quadratmetern kommen für elfeinhalb Stunden Livemusik an 16 Wiesn-Tagen mehr als 21 500 Euro zusammen. Nächstes Jahr wird es noch teurer, dann reformiert die Gema ihre Gebührenordnung und für das gleiche Zelt werden dann rund 29 500 Euro fällig. Auf den Bierpreis soll sich das laut Wirte-Sprecher Toni Roiderer aber nicht auswirken.

Am Ende der Wiesn müssen die Kapellen aller Zelte eine Liste der Lieder, die sie gespielt haben, bei der Gema abliefern. „Je öfter ein Lied gespielt wird, desto mehr Geld bekommen die Komponisten und Texter“, erklärt Gema-Sprecherin Gaby Schilcher. Durchschnittlich gibt es für die Künstler 4,73 Euro, wenn ihr Lied gespielt wird. Da kann bei 16 Tagen und vielen Zelten zwar eine vierstellige Summe zusammenkommen, reich wird man damit aber nicht. Lukrativ wird es, wenn die Gäste nach dem Wiesnbesuch noch den Ohrwurm nicht mehr loswerden und die CD kaufen.

Bei der Gema gibt es zwar keine Wiesn-Charts, doch die Hitliste der Livemusik wird durchaus vom Oktoberfest geprägt. Auf Platz eins steht DJ Ötzi mit „Ein Stern“, aber auch „Über den Wolken“ und „Take me home, country roads“ schaffen es in die Top-10.

Ein Wiesn-Hit gelang auch der Spider Murphy Gang mit „Skandal im Sperrbezirk“ – doch davon hatte die Band finanziell nichts, sagt ihr Manager Jürgen Thürnau. „Wir verkaufen nicht eine Platte mehr wegen der Wiesn“, sagt er. „,Skandal im Sperrbezirk‘ war auch schon vor der Wiesn ein Hit.“ Wie viel Geld von der Gema durch die Wiesn in die Kassen fließt, könne man nicht sagen. „Man sieht in den Abrechnungen nicht, wo oder wann das Lied aufgeführt worden ist.“

P. Vetter / A. Gerke

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