Sex, Drugs & Blasmusik: Mit Helmut Schleich auf der Wiesn

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„Wiesn ist Sex, Drugs & Blasmusik“, sagt Helmut Schleich und darf bei den Wiesnkapellen schon mal den Ton angegeben.

München - Er kennt die Wiesn wie die berühmte Westentasche. Mit der tz machte Kabarettist Helmut Schleich einen Wiesn-Bummel. Dass ihm dabei auch immer Charaktere für seine Shows einfallen, ist kein Zufall ...

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Man kommt mit Helmut Schleich auf der Wiesn keine fünf Meter weit. Kurz nach dem Eingang am Esperantoplatz sieht er seinen Spezl Claus beim Tobbogan schwitzen. Der beseitigt noch die Kratzer der Nacht, schmirgelt die berühmte Holzrutsche auf Knien ab. Claus Konrad betreibt den Tobbogan und kommt, wie Schleich, aus der Kleinstadt Schongau. „Eine gemeinsame Herkunft verbindet. Da kennt man sich halt“, erklärt Schleich. „Magst rutschen?“ Claus zieht den Kabarettisten hoch – gemeinsam schlittern sie wieder runter.

Die Geschwindigkeit lässt die beiden gstandenen Männer wie Lausbuben grinsen. Kräftiger Mandelduft weht herüber, die Sonne strahlt, bunte Gondeln drehen Piroutten am tiefblauen Himmel. In solchen Momenten ist die Wiesn himmlisch schön, Postkarten-perfekt.

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Da passt Franz Josef Strauß wunderbar ins weiß-blaue Bild. „Servus, Franz Josef, habe die Ehre“, grüßt ein älterer Herr den Kabarettisten im Vorbeigehen. „Das passiert mir am Tag ein paar Mal, gerade wenn ich über die Wiesn geh.“

Die Rolle des berühmtesten bayerischen Politikers, in die er 2010 beim Singspiel auf dem Nockherberg schlüpfte, brachte ihm enorme Popularität ein. Jetzt kennen ihn auch die, die sonst nicht bei Ottis Schlachthof einschalten. Seit Juni hat er auch seine Sendung SchleichFernsehen, seit April tourt er wieder mit eigenem Programm (Nicht mit mir!). Fast täglich ist er dafür in ganz Bayern unterwegs, unterbrochen nur von TV-Terminen für Neues aus der Anstalt oder Spezlwirtschaft.

Doch ein bestimmter Tag, der ist Schleich so heilig wie Weihnachten und Ostern zusammen – der erste Wiesn-Tag. „Einzug und Anstich sind Pflicht. Absolut, da geht nix. drüber. Wehe, wenn mir mein Agent da einen Auftritt buchen würde.“

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Früher, als junger Bursch, packte ihn das Wiesn-Fieber schon im Frühjahr. Im März wurde er ganz wepsig. „Meine Freunde und ich, wir hatten eine Art Maßbandl, wo wir 200 Tage vor dem Anstich jeden Tag ein Stückerl abgeschnitten haben.“

Spätestens im August stillten die Freunde ihren Wiesn-Durst in den Aufbaukantinen, neben „Anwohnern, Trinkern und solchen, die sich die Wiesn nicht leisten können.“ Seit ein paar Jahren geht das nicht mehr. „Den Kantinen haben die Behörden das Gschäft auch vermasselt. Die Wiesn ist schrecklich überreglementiert. Überhaupt: Jeder Nagel ist mit einem Gesetz versehen.“

Auch die Oide Wiesn ist ihm ein Dorn im Auge. „Des ist doch nur ein Testlauf, ob man nicht gleich die ganze Wiesn einzäunt und Eintritt verlangt.“

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Helmut Schleich ist keiner, für den die Wiesn früher gemütlicher, günstiger und überhaupt schöner war. „Wenn sich die Wiesn nicht so verändert hätte, wie sie es getan hat, dann wäre sie schon tot.“

Schleich nennt die wogende Party-Masse im Zelt „Schützengraben“, der Trend zur Tracht hat für ihn „a bisserl was von Fasching,“ und, kurz gesagt, geht’s auf der Wiesn um „Sex, Drugs und Blasmusik.“ Oder, auch eine Schleich’sche Liebeserklärung: „Es ist ein wunderbares Theater, mit so vielen Darstellern.“

Einer davon ist er selbst. Am ersten Samstag hat er seinen Stammtisch im Löwenbräuzelt. Wirt ­Wiggerl Hagn und Tochter Stephanie Spendler schicken Schleich dann hoch zur Band – den Taktstock schwingen. „Ich dirigier’ immer nur den Tölzer Schützenmarsch. Aber die Italiener brüllen’s dann mit Hey, Baby-Rufen nieder.“

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Da kann Schleich genauso mitsingen, wie bei Fürstenfeld und Sierra Madre. „Ich kann die ganzen Texte auswendig, auch von den traditionellen Liedern wie dem Kufsteinlied.“

Im sogenannten „Schützengraben“ steht er selten auf der Bank, „das ist mir a bisserl zu wackelig“. Nette Bekanntschaften, sogar echte „Bereicherungen“ hat er dort schon gemacht.

Eines seiner schönsten Wiesnerlebnisse hatte Schleich aber mit einem tibetischen Mönch. Der Mönch, zu Besuch bei einer Freundin Schleichs, war „total begeistert, als er gesehen hat, wie Zehntausende stockbetrunken aber fröhlich und vor allem friedlich feiern“, erzählt er.

Die nächsten Tage geht Schleich wieder raus. Auf eine Mass oder zwei: „Nach der ersten oder zweiten Mass kann ich sagen, ,ich geh’ noch heim’. Nach der dritten bleib’ ich pappen ...“

Maria Zsolnay

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