Promi-Damen rufen zur Krebsvorsorge auf

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Die „Achtung Dekolleté!“-Initiatorinnen Natalie Schmid (Estée Lauder) und Schauspielerin Ulrike Kriener (v. li.) mit Justizministerin Dr. Beate Merk.

München - Weite und wogende ­Dekolletés – das ist der schönste Reiz der Wiesn! Dass solche Pracht aber auch in großer Gefahr ist, daran denkt auf dem Oktoberfest eher keiner.

Nur der Kosmetikkonzern Estée Lauder haut auf die Pauke und spricht das Thema Brustkrebs im größten Rummel an.

Seit fünf Jahren auf dem Oktoberfest. Nirgendwo sonst wird das Dekolleté so inszeniert und zur Schau gestellt. Ein idealer Ort also, die „Bewusstsein für Brustkrebs“-Kampagne fortzuführen, die vor 20 Jahren von Estée Lauders Schwiegertochter Evelyn initiiert wurde, weil sie selbst betroffen war.

Nur Früherkennung kann das Leben retten. Deshalb werden im Brustkrebsmonat Oktober in aller Welt berühmte Gebäude wie der Buckingham-Palace pinkfarben illuminiert; deshalb sind Botschafterinnen in 70 Ländern unterwegs, um Frauen auf die Gefahr aufmerksam zu machen, und deshalb gibt es in Käfers Wiesn-Schänke die prominent besetzte Veranstaltung, um in lockerer Atmosphäre über das Thema Achtung Dekolleté! zu reden.Initiiert von Natalie Schmid, der Ehefrau des CSU-Oberbürgermeister-Kandidaten Josef Schmid, die ihre beste Freundin an den Brustkrebst verloren hat, und Schauspielerin Ulrike ­Kriener.

Und keine der 20 Teilnehmerinnen scheute sich, über Vorsorge zu reden. Oder darüber, wie es ist, selbst betroffen zu sein. Wie Andrea Sixt, die Drehbuchautorin und Produzentin des Kinohits Eine ganz heiße Nummer, die vor 17 Jahren die schreckliche Diagnose einer besonders aggressiven Brustkrebsart traf. „Nur weil ich rechtzeitig zum Arzt ging, sitze ich heute noch da“, erzählt sie. „Ich hab’ einfach zum Jahresende noch einmal einen Check machen lassen.“ Die Konsequenz: Die Brust musste amputiert werden, der Freund ergriff die Flucht. Nur Andrea Sixt blieb stark: „Ich dachte mir, mit einer Brust kann das nur noch besser werden. Und so war es! Es macht nämlich keinen Unterschied, ob du eine oder zwei Brüste hast, wenn der Mann ein Guter ist.“ Andrea Sixt hat ihr Leben noch mal ganz neu angefangen – besser als es zuvor je war. Und mit ihren Büchern und Filmen macht sie jetzt anderen betroffenen Frauen Mut.

Das tut auch TV-Ärztin Dr. Antje-Katrin Kühnemann, die es ebenfalls geschafft hat, den Brustkrebs zu besiegen. Darüber zu reden, macht ihr nichts aus. Sie sagt: „So eine Diagnose muss nicht immer gleich das ­Allerschlimmste sein. Man muss sich über das freuen, was man noch kann, im Heute leben und es sich so schön machen wie es geht.“ Eben das Schicksal annehmen.

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Das tut auch Soo Leng Kuchenreuther, die Frau des ehemaligen Filmwirtschaftspräsidenten Steffen Kuchenreuther, der an Lungenkrebs erkrankt ist. Trotz aller Sorgen, trotz des Themas ist sie beim Wiesn-Event Achtung Dekolleté! dabei. „Krebs ist Krebs“, sagt Soo Leng, deren beste Freundin auch an Brustkrebs gestorben ist. Trotz regelmäßiger Vorsorge.

Deshalb ist die Selbstuntersuchung wichtig – einmal im Monat unter der Dusche. Für Justizministerin Dr. Beate Merk ganz normal. Auch für Schauspielerin Elena ­Uhlig. „In USA oder England ist das auch ein alltägliches Frauengespräch – bei uns ist es tabu“, weiß Natalie Schmid. Dabei erkranken jedes Jahr 70 000 Frauen an Brustkrebs, 17 000 sterben daran. Dagegen muss man doch was tun! Co-Gastgeberin ­Clarissa Käfer: „Die Zeit zur Vorsorge muss man sich nehmen!“

Ulli Schmidt

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