Boxer feiern im Weinzelt

King Arthur auf der Wiesn - Hochamt der harten Fäuste

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Außerhalb des Rings charmante Kerle: Box-Champion Marco Huck (l.) mit seinem siegreichen Kollegen Arthur Abraham und Trainer Ulli Wegner (M.).

München - Ja, es gab mal wieder was zu feiern – im Sauerland-Stall, und wie schon Tradition, luden der Box-Promoter Wilfried Sauerland und seine charmante Ehefrau Jochi wieder rund 60 Gäste auf die Wiesn.

Tut’s noch weh? Am Samstag hat Arthur Abraham (34) im Supermittelgewicht gegen Paul Smith in Kiel gekämpft und souverän gewonnen; am Montagabend kommt King Arthur auf die Wiesn, trinkt Spezi und verrät: „Ein bisschen schon – die Muskeln halt.“ Dem sympathischen Gesicht ist kein Makel anzusehen – es strahlt nur ob des ersehnten Siegs.

Lange Erholungspause nach Wiesn-Besuch

Ja, es gab mal wieder was zu feiern – im Sauerland-Stall, und wie schon Tradition, luden der Box-Promoter Wilfried Sauerland und seine charmante Ehefrau Jochi wieder rund 60 Gäste auf die Wiesn: Kerle mit harten Fäusten, Trainer und Regisseure, Schauspieler, beste Freunde seit Jahrzehnten – die Sauerlands sind treu! Und sie lieben die Wiesn! Nirgendwo sonst wird so ausgelassen getanzt, gefeiert, geherzt und gepost, wie in den Boxen der Boxer. Diesmal im Weinzelt, nachdem die Sauerlands nach dem Ende des Hippodroms umziehen mussten. Die stahlharten Jungs sind hier zum Anfassen –ganz zahm, und sogar überaus charmant. Ein Selfie? Ja, gern! Einmal Fäuste zeigen? Na klar! Marco Huck, der amtierende WBO-Weltmeister im Cruisergewicht, freut sich jedes Mal darauf, auch wenn’s für ihn nur Wasser gibt – neben dem Busserl von Regisseurin Heidi Kranz. Anfang Dezember soll Huck wieder in den Ring – gegen wen ist noch offen: „Da wird wohl einer aus Amerika dran glauben müssen“, grinst er und behauptet doch glatt, dass die Erholungsphase nach einem Wiesn-Besuch deutlich länger als nach einem Fight im Ring sei ...

Was aber vermutlich daran liegt, dass sich die Mädels aller Altersklassen so gern an Hucks ­modellierten Brustkorb schmeißen und Marco dieses mit Charme zu nehmen weiß: „Die Heidi ist mein Bodyguard“, flötet er, während Hollywood-Schauspielerin ­Elke Sommer ihrem Champ Arthur Abraham mit der Rechten zärtlich über die Wange streicht. Denn seit Abraham 2006 den blutigsten Kampf seines Lebens mit doppeltem Kieferbruch gegen Edison Miranda siegreich beendete, hat Elke Sommer so viel Hochachtung und Respekt vor diesem Sportsgeist, dass sie praktisch keinen Kampf versäumt und am liebsten mit Abraham auf den Bänken tanzen würde. Doch sie ist lädiert: Vor drei Tagen musste die Narbe ihres doppelt gebrochenen linken Fußes noch einmal operiert werden – die Sommer weiß auch was Schmerzen sind.

Pfarrer: Boxen ist keine Sünde

Rachegelüste hegt die 73-Jährige nach eigenen Angaben nie. Heidi Kranz gelegentlich schon, sie würde gern mal die Leute herausfordern, die blind und ohne Detailkenntnis um sich schlagen, die üblen Nach- und Voreingenommenheitsredner. Wie sie denen am liebsten zu Leibe rücken würde: „Beißen!“

Obwohl, der Zorn, er zählt zu den sieben Todsünden, wie Hochmut, Stolz, Geiz, Wollust, Völlerei, Neid und Trägheit des Herzens. Auf der Wiesn feiern die alle fröhliche Urständ. Allein Pfarrer Rainer Maria Schießler sieht das nicht so eng – in der Nachbarbox schaut er dem fröhlichen Treiben bei den Sauerlands amüsiert zu. Schießler muss jeden Tag auf die Wiesn, um die Bedienungen und Schausteller und all die anderen zu sehen, wenn er schon nicht mehr selbst kellnert, was er echt vermisst. „Die Kirch muaß de Leit nachlaufa, wenn d’Leit nimmer kemma“, ist seine Taktik. Es käm ihm grad recht, wenn es in der Kirch genauso zuginge wie auf der Wiesn, wo ein ganzes Bierzelt Ein Hoch auf unser Leben singt. „Das ist Gotteslob!“, schwärmt der Diener Gottes. „Und vielleicht muaß de Kirch erst lerna, was wahre Liturgie ist!“

Diese Faust jedenfalls sitzt. Und was sagt unser Lieblingspfarrer zum Zorn im Ring? „Boxen is und bleibt ein Sport, weil es festen Regeln unterliegt.“ Also keine Sünde. Der Schießler hat sogar schon Henry ­Maskes Boxhymne Conquest of ­Paradise als Einzugsmelodie für die Kommunion­kinder verwendet! Denn nicht zuletzt: Trainierte Box-Talente sind ja auch irgendwie Lob Gottes ... Und denen darf man dann auch zuschauen!

Bussi-Alarm bei den Wiesn-Promis

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Schauspielerin Suzanne von Borsody mag das sehr gern. Einmal saß sogar ­Muhammad Ali live vor ihr – bei einem Kampf seiner Tochter Laila, die in 24 Kämpfen ungeschlagen blieb, aber seit ihrer Mutterschaft nicht mehr in den Ring gestiegen ist. Ach, es gibt so viel zu ­feiern!

Mit dabei u. a.: Abi Ofarim, der einmal Jugendmeister im Boxen war – nach einem Kampf gegen einen Kumpel, der unglücklich auf den Kopf gefallen war und monatelang im Krankenhaus lag, aber den Sport aufgab; Moderatorin Gundis Zambo, die schon als Kind gern Boxwettkämpfe angeschaut hat und sich von der Taktik faszinieren ließ; Lisa Seitz, Privatier ­Doron Spinner mit Ehefrau Mirjam aus Mallorca, Aufsichtsrat Dr. Mark Wössner und ­Christiane Link, Schalke-04-Funktionär und Europas größter Fleischproduzent Clemens Tönnies mit Ehefrau Margit, Ex-Box-Champ und Trainer Sebastian Sylvester, Halbmittelgewichtler Jack Culcay, die Box-Brüder Abel und Noel Gevor.

Ulrike Schmidt

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