Mass wird teurer

Wiesn-Wirte legen Preisobergrenze fest

München - Die Mass wird teurer, die Reservierung in den kleinen Wiesnzelten angeblich billiger, und die Oide Wiesn findet nach einem Jahr Pause wieder statt: Am 21. September beginnt das größte Volksfest der Welt – die Wiesn.

Stadtrat Helmut Schmid (SPD) zufolge haben sich die kleinen Wiesnwirte heuer selbst verpflichtet, den Mindestverzehr, der mit einer Reservierung verbunden ist, auf maximal 55 Euro zu drosseln. „In den vergangenen Jahren ist bei einzelnen kleinen Wiesnwirten der Mindestverzehr erheblich gestiegen“, sagt Schmid. Bis zu 85 Euro hätten einige Betriebe zuletzt verlangt. Da die Stadt den Wirten nicht vorschreiben könne, wie viel sie für eine Reservierung verlangen, habe er das Gespräch gesucht: „Ich habe sie gefragt, ob sie nicht mal Vorreiter sein und sich eine Grenze setzen wollen. Und war überrascht, dass das funktioniert hat.“

Der kleine Wiesnwirt Hanns-Werner Glöckle bestätigt das: „Die 20 kleinen Betriebe haben die opulenten Menüs, die zuletzt angeboten wurden, wieder runtergefahren.“ Wer von 18 bis 23 Uhr reserviere, müsse nur noch Essen und Trinken im Wert von maximal 55 Euro verzehren.

Nur noch? Wer die Reservierungsbedingungen von heuer mit denen vom vergangenen Jahr vergleicht, reibt sich verwundert die Augen. Denn tatsächlich sind die an eine Reservierung geknüpften Arrangements in vielen kleinen Wiesnbetrieben teurer geworden. Der Stiftl zum Beispiel hatte 2012 für zwei Mass Bier und ein halbes Hendl 29 Euro verlangt. Heuer kostet dieses Arrangement 30,20 Euro. Und die geschmalzenen Menüs, die der Stiftl vergangenes Jahr angeboten hatte, gibt es immer noch. Statt 87,80 Euro werden dafür dieses Jahr 91,90 Euro fällig. Auch die Vinzenz Murr Metzgerstubn erhöhten den Mindestverzehr von 52 Euro im vergangenen Jahr auf heuer 54 Euro. In Wildmosers Hühner- und Entenbraterei kosten die Arrangements dieses Jahr 30 beziehungsweise 40 Euro, statt wie vergangenes Jahr 28,90 oder 38,30 Euro.

Einige Betriebe haben zwar den Mindestverzehr nicht erhöht – drehen dafür aber an der Uhr. So konnten die Gäste der Haxnbraterei bei einem Mindestverzehr von 30 Euro vergangenes Jahr von 11 bis 16.45 Uhr hocken bleiben, dieses Jahr müssen sie die Plätze mehr als zwei Stunden früher räumen – und schaffen damit Platz für eine zweite Reservierungsrunde von 14 bis 17.30 Uhr, die es 2012 noch gar nicht gab. Ähnlich verhält es sich in Ables Kalbskuchl.

Nur in wenigen Betrieben sind die Reservierungsbedingungen gleich geblieben: Etwa in Poschners Entenbraterei, wo für eine Reservierungszeit von zwei Stunden ein Verzehr von 25 Euro fällig wird. Oder im Glöckle Wirt, wo auch heuer wieder ein Mindestverzehr von 51 Euro verlangt wird.

In den großen Zelten, wie Augustiner, Hofbräu, Bräurosl oder Toni Roiderers Hackerzelt liegt die Preisspanne beim Mindestverzehr zwischen 20 und maximal 50 Euro. Lediglich in Käfers Wiesnschänke und Kufflers Weinzelt gibt es auch teurere Arrangements. Die Mass Bier kostet heuer wie berichtet bis zu 9,85 Euro.

Positiv für Wiesngänger ist, dass es heuer die Möglichkeit des Wiedereinlasses auf das Gelände der Oidn Wiesn gibt, die vergangenes Jahr wegen dem Zentrallandwirtschaftsfest nicht stattfinden konnte. „Die Gäste bekommen ein Armbanderl und können damit zwischen der oidn und der großen Wiesn wechseln“, sagt Wirtschaftsreferent Dieter Reiter (SPD).

Auch einige neue Fahrgeschäfte gibt’s heuer auf der Wiesn. Zum Beispiel die Abenteuerbahn Odyssee, auf der die Wiesngänger in riesigen Muschelschalen an urzeitlichen Monstern und Nixen vorbeifahren.

Bettina Stuhlweissenburg

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