Der große Test in 14 Zelten

Wie viel Hendl gibt’s fürs Geld?

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tz-Reporter Johannes Welte nahm die Wiesn-Hendl genau unter die Lupe

Rund eine viertel Million Hendl müssen heuer wieder ihr Leben lassen, damit die Wiesnbesucher die richtige Grundlage für eine oder zwei süffige Mass Wiesnbier haben.

Doch Hendl ist nicht gleich Hendl. Schon beim Preis sind nicht alle gleich: Während man im Weinzelt stolze 14,30 Euro für sein gegrilltes Wiesnschmankerl hinblättern muss, sind es im Armbrustschützenzelt vergleichsweise mickrige 8,80 Euro. Doch auch auf der Waage sind die Unterschiede groß. Ja, und dann ist ja auch noch ganz wichtig, ob die Haut resch, die Würzmischung gut ist und das Hendl am Grill nicht zu sehr ausgeschwitzt hat. Wir haben in den 14 großen Wiesnzelten die Hendl gewogen – und auf ihren Geschmack getestet.

  • Das Wiesnhendl im Armbrustschützenzelt ist mit 8,80 Euro das günstigste. 456 Gramm sind ordentlich, das ergibt einen Pfundpreis von 9,65 Euro. Es ist schön resch, könnte etwas saftiger sein.
  • Augustiner-Wirt Manfred Vollmer wirbt mit einem „1200-Gramm-Hendl“. Unser Testhahn bringt es auf schlappe 356 Gramm und kostet 9,25 Euro. Das sind 12,99 Euro pro Pfund. Der Hahn ist schön resch und etwas salzig.
  • Der Wiesnhahn der Fischer-Vroni kostet 9,20 Euro und wiegt mickrige 375 Gramm, damit kommen wir auf einen Pfundpreis von 12,27 Euro. Aber der Vogel ist sehr resch und saftig und schmeckt gut nach Petersilie.
  • Im Hackerzelt gibt’s mit 598 Gramm den mit Abstand größten Vogel, der 9,20 Euro kostet. Mit einem Pfundpreis von 7,69 Euro gewinnt Wiesn-Wirtesprecher Toni Roiderer den Hendl-Test. Es ist auch sehr resch und etwas stark gewürzt, da schmeckt das Hacker-Festbier.
  • Der vornehme Hippodrom-Hahn mit seiner Alfons-Schuhbeck-Gewürzmischung verspricht viel, zumal er stolze 12 Euro kostet. Mit 402 Gramm Gewicht schießt der Hippodrom-Hahn mit seinem Pfundpreis von 14,93 Euro den Vogel ab, die Geschmacks-Sensation bleibt allerdings aus. Mittags ist der Vogel mit 9,50 Euro günstiger.

Die Kalorien der Wiesn-Schmankerl

Der große Wiesn-Kalorien-Check

  • Der Hofbräu-Hahn für 9,30 Euro bringt stolze 517 Gramm auf die Waage, ist sehr resch und würzig. Pro Pfund kostet der Hofbräu-Vogel 8,99 Euro.
  • In Käfers Wiesnschänke muss man 12,90 Euro für den halben Hahn hinblättern, dafür ist ein Kartoffelsalat dabei und ein Scheiberl Zitrone sowie ein Minikochhäubchen und eine Kirsch-Tomate als Deko. Mit 526 Gramm bringt es der Nobel-Hahn auf einen Pfundpreis von 12,26 Euro. Die knusprige Haut, die die Karte verspricht, gibt es woanders.
  • Das gilt auch für den Vogel im Löwenbräu-Zelt. Die Würze ist mild. Die stolzen 534 Gramm kosten 9,30 Euro. Das entspricht einem Pfundpreis von 8,71 Euro.
  • Die Ochsenbraterei liefert mit ihrem 338-Gramm-Henderl den kleinsten Vogel ab, er kostet 8,90 Euro, was einen Pfundpreis von 13,17 Euro entspricht. Resch und saftig ist das Hendl dafür schon – und ausgewogen gewürzt.
  • Die Paulaner Festhalle verspricht ein halbes niederbayerisches Bauernhendl mit viel Petersilie für 9,20 Euro. Die Petersilie findet sich in Spurenelementen, aber es ist sehr resch und wiegt 453 Gramm, was einem Pfundpreis von 10,15 Euro entspricht.
  • Im Pschorr Bräurosl bekommt man ein original Wiesenhof-Hendl für 9,30 Euro geliefert, das 497 Gramm auf die Waage bringt und das man mit Mini-Holzgabeln verspeisen muss. Der Pfundpreis: 9,36 Euro.
  • Beim Schottenhamel bringt die Bedienung ein 490 Gramm schweres Hendl für 9,20 Euro. Es ist resch und würzig und kostet 9,34 Euro pro Pfund.
  • Das Schützenfestzelt serviert einen etwas mageren 351-Gramm-Vogel für 9,20 Euro. Das macht stolze 13,11 Euro fürs Pfund. Aber der Vogel ist gut gewürzt, resch und saftig.
  • Das Weinzelt serviert „Hubers Landhendl“ für 14,30 Euro, das ist Wiesn-Rekord, allerdings gibt es dafür einen Kartoffel-Gurkensalat als Beilage. Und mittags kriegt man für den Preis auch noch ein Weißbier dazu, das ansonsten 6,80 Euro kostet. Das Hendl wiegt 545 Gramm und kostet somit 13,11 Euro pro Pfund. Unser Testhendl hatte schon etwas lang im Grill geschwitzt und war etwas trocken.

Fazit: Das Hackerzelt hat den größten Vogel und gleichzeitig das beste Preis-Leistungsverhältnis, das Hippodrom glänzt mit dem teuersten Pfundpreis. Die Ochsenbraterei hat das kleinste Hendl. Wirte-Sprecher Toni Roiderer erklärt, wie es zu solchen Unterschieden kommen kann: „Die Hendl werden nicht immer genau in der Mitte gespalten. So kriegt der eine Gast a bisserl mehr, der andere weniger.“ Außerdem kann ein Hähnchen beim Grillen bis ein Drittel seines Gewichtes verlieren.“

Johannes Welte

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