Die Wiesn - und wie alles weitergeht...

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Der Erfolg der Hochzeitsfeierlichkeiten und des Pferderennens lässt nur eine Entscheidung zu: Das Fest muss wiederholt werden. Wird es.

Erweitert um das Landwirtschaftsfest. 1813 fällt die Wiesn das erste Mal aus, 1819 übernimmt die Stadt die Leitung des Festes und beschließt, die Wiesn jährlich abzuhalten. 1835 findet das erste Jubiläum statt mit einem großen Schützen- und Trachtenzug (siehe Seite 24), und das Oktoberfest wächst und wächst.

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Nach und nach kommt die Schaustellerei dazu, die Bierbuden entwickeln sich zu wahren Bierburgen. Es ist die schöne Prinzregentenzeit. Und schon steht das nächste Jubiläum an: 100 Jahre Oktoberfest. Es ist eine Huldigung an das Königshaus mit verschiedensten Wettkämpfen und Ballonfahrten, turnerischen Vorführungen, besonderen Tierprämierungen und einem prachtvollen Festzug. Die Kosten werden durch eine Jubiläums-Lotterie reingeholt. Es ist das aufwendigste, das schönste Fest in der Geschichte, bevor der Erste Weltkrieg ausbricht, in Bayern danach die Wittelsbacher abgesetzt werden und die Wiesn wieder ausfällt.

Das Oktoberfest stürzt in eine Identitätskrise. Bislang ist es ein Nationalfest, dann plötzlich nur noch ein bürgerliches Stadtfest. Und nun? Die Machthaber im Dritten Reich nutzen diesen Umstand und feiern 1935 das 125-jährige Jubiläum mit einem gigantischen Festzug als „machtvolles Zeugnis neuer Lebenskraft“, geben der Wiesn einen nationalen Charakter.

Bilder aus 200 Jahren Wiesn-Geschichte

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Es folgt die Stunde null nach dem Zweiten Weltkrieg. Auch für die Wiesn. 1949 darf endlich wieder gefeiert werden. Das Fest erholt sich, München krempelt die Ärmel hoch. Oberbürgermeister Thomas Wimmer macht’s mit dem Rama Dama (Räumen tun wir) und dem Anzapfen vor. Der wirtschaftliche Aufschwung kommt. 1960 wird der 150. Geburtstag mit dem bislang letzten Pferderennen und einem Feuerwerk gefeiert. Zum 175. Jubiläum bekommt die Theresienwiese rechtzeitig eine eigene U-Bahn-Station. Und nun willkommen im Heute: Rund sechs Millionen Besucher kommen in der Gegenwart aufs Oktoberfest. „Die Wiesn ist inzwischen ein Synonym für München, für Bayern, für Deutschland, so eine Umfrage der Deutschen Zentrale für Tourismus“, sagt Dr. Gabriele Weishäupl, Chefin des Tourismusamtes und damit auch des Oktoberfestes.

Das Heute hat aber auch dunkle Seiten – 1980 das Attentat (Seite 96), 2001 überschattet nine eleven auch das Oktoberfest. Das Anzapfen fällt aus, Münchens Oberbürgermeister Christian Ude eröffnet die Wiesn mit einer besinnlichen und ruhigen Zeremonie. Im 199. Jahr der Wiesn ist der Terror Thema. Es gibt ernst zu nehmende Warnungen vor einem Anschlag, der Zugang zum Oktoberfest wird intensiv kontrolliert.

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