Rennen ums Musikantenzelt entschieden

Herzkasperlzelt kehrt auf die "Oide Wiesn" zurück

München - Fraunhofer-Wirt Beppi Bachmaier hat sich im Rennen um das Musikantenzelt auf der „Oidn Wiesn“ durchgesetzt: Der Stadtrat hat dem Herzkasperlzelt den Vorzug gegeben.

Beppi Bachmaier kehrt mit seinem Herzkasperlzelt auf die Oide Wiesn zurück. Das hat der Stadtrat in nicht-öffentlicher Sitzung beschlossen. „Herr Bachmaier hat von allen Bewerbern die Anforderungen am besten erfüllt“, sagte der Sprecher des Wirtschaftsreferats, Wolfgang Nickl.

Bachmaier, der im Glockenbachviertel das Wirtshaus Fraunhofer samt Bühne betreibt, war mit seinem Herzkasperlzelt auf der Jubiläumswiesn 2010 vertreten. Im Jahr 2011 unterlag er den Wirtsleuten Gerda und Peter Reichert im Rennen um das Musikantenzelt, das die Reicherts „Zur Schönheitskönigin“ nannten.

Besonders bitter für Bachmaier: Ausgerechnet an einem Biertisch in seinem Herzkasperlzelt hatte sich 2010 eine Art Bürgerinitiative gegründet, die Unterschriften sammelte für eine Wiederholung der „Historischen Wiesn“, die eine einmalige Angelegenheit zum 200. Jubiläum des Oktoberfestes sein sollte. Mehr als 20 000 Unterschriften kamen zusammen, zunächst auf einer Speisekarte des Herzkasperlzelts, später über Facebook. Daraufhin beschloss die Stadt, das Oktoberfest jährlich mit einer sogenannten Oidn Wiesn im Süden der Theresienwiese zu ergänzen.

Bachmaier jedoch, der die Idee einer Wiederholung von Anfang an unterstützt hatte, musste 2011 den Reicherts weichen: „Nachdem das Herzkasperlzelt 2010 so ein Erfolg war, habe ich mich bei der Bewerbung im darauffolgenden Jahr vielleicht zu sicher gefühlt“, meint der Fraunhofer-Wirt. Dieses Jahr habe er eine sehr umfangreiche Bewerbung eingereicht, „die auch optisch sehr viel her macht“, sagt er.

Bei der Entscheidung für einen Bewerber legt das Wirtschaftsreferat besonderes Augenmerk auf das Programm im Musikantenzelt: Es muss sich deutlich vom Programm des Traditionszelts unterscheiden, das auch auf der Oidn Wiesn steht. Zudem müssen die „gegenwärtigen Strömungen der jungen Volks- und Tanzkultur in München und Bayern in ihrer ganzen Vielfalt präsentiert werden“, wie es in den Anmeldebedingungen für die Oide Wiesn heißt. Die Tageskapelle müsse „weit über München hinaus bekannt sein“, die Abendkapelle sogar über Bayern hinaus.

Die Reicherts hatten sich mit einem Programm beworben, das dem Bachmaiers ähnelt: „Wir haben die gleichen Musiker vorgeschlagen wie Bachmaier“, sagt Gerda Reichert, „La Brassbanda, Jodelfisch, Los Dos Y Companeros und die Balkanauten zum Beispiel.“ Reichert vermutet, dass Bachmaier als Münchner einen Heimvorteil hat – und tatsächlich werden ortsansässige Wirte bevorzugt. „Wenn es nächstes Jahr wieder eine Ausschreibung gibt, bewerben wir uns wieder“, sagt Gerda Reichert, die mit ihrem Mann das Hotel Seehof in Herrsching sowie den Starnbräu in Bad Tölz betreibt. „Aber die Arbeit geht uns auch heuer nicht aus.“

Bachmaiers Herzkasperlzelt wächst dieses Jahr: Drinnen finden 1500 statt 1000 Gäste Platz, draußen 1000 statt 800. Zum Trinken gibt’s Hacker-Pschorr-Bier, das in Steinkrüge gezapft wird. Zum Essen gibt es wie 2010 Roßbratwürstel von Pferdemetzger Kaspar Wörle – und womöglich Hirschbratwürstel: „Die schmecken super“, sagt Bachmaier, „jetzt suche ich einen Hersteller“.

Neben dem Traditions- und dem Herzkasperlzelt wird es auch wieder das Museumszelt der Schausteller-Stiftung geben.

Bettina Stuhlweissenburg

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