Das Oktoberfest und wie alles begann...

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Das Pferderennen vor den Toren der Stadt: 30 Reiter rasen dreimal um das 3340 Meter lange Oval am Fuße der Sendlinger Anhöhe.

München - Sie leben hoch, hoch, hoch: Fünf Tage lang feiert das Königreich Bayern die Vermählung des Kronprinzen Ludwig mit seiner Therese - mit Freibier und einem besonderen Pferderennen.

Eine Hochzeit, ein Pferderennen und die ganze Stadt eine riesige Partyzone - das Oktoberfest ist geboren.

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Es ist der 12. Oktober 1810. An jenem Tag heiratet Kronprinz Ludwig von Bayern seine Verlobte Therese Charlotte Louise von Sachsen-Hildburghausen. Die Wittelsbacher richten ein Fest aus, wie es München bislang noch nicht erlebt hat. Der Historiker Ulrich von Destouches gerät ins Schwärmen: „Dieses für das Vaterland so glückliche Ereignis erfüllte alle bayerischen Herzen mit wahrer, inniger Freude, und Städter und Landbewohner wetteiferten, dieses Fest so zu feiern, und bei einer so denkwürdigen Gelegenheit ihre Treue und Anhänglichkeit an das geliebte Fürstenhaus neuerdings zu beweisen.“

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Fünf Tage feiern das Königshaus und das Volk. Eins soll es werden und volksnah will sich die Dynastie der Wittelsbacher im noch jungen Königreich präsentieren. Überall in der Innenstadt findet ein riesiges Festtreiben mit Schützenparade, Musik und Illuminationen statt. Es ist schon damals ein echtes Volksfest, bei dem sich der „herbeygeströmte Volkshaufen“ aus München und dem Umland vor allem für eines interessiert: Speis und Trank umsonst. Allein am Abend des 13. Oktobers sollen „32 065 Laibln Semmelbrod, 3992 Pfund Schweizer Käse, über 80 Zentner gebratenes Schaffleisch, 8120 Cervelat-Würste und 13 300 Paar geselchte Würste“ verzehrt worden sein. Dazu gehen 232 000 Mass Bier und 400 Liter österreichischer Weißwein über die Theken.

Dieser Abend gilt bei den Historikern als die zentrale Veranstaltung des ersten Oktoberfestes. Opernaufführungen und Bälle sind einem kleinen Kreis geladener Gäste vorbehalten.

Aber dann gibt es da noch den Kavallerie- Major der Nationalgarde 3. Klasse, Andreas Dall’Armi, und den bürgerlichen Lohnkutscher Franz Baumgartner. Der Unteroffizier regt bei seinem Major an, die Feierlichkeiten durch ein Pferderennen zu verschönern und damit gleichzeitig die alte Münchner Tradition der Scharlachrennen wiederzubeleben. Der König erteilt die Genehmigung, „hinter dem neuen Spital bis an die Dorfschaft Sendling, in einer Peripherie von Dreiviertelstunden, welche dreimal umritten würde, und in deren Mittelpunkt die Pferde durchaus in ihrem Lauf gesehen werden“, eine Reitbahn zu errichten.

Das Rennen findet am 17. Oktober statt. Für die königliche Familie ist an der Rennstrecke auf dem heutigen Festplatz ein Pavillon aufgebaut, das Volk schaut von der natürlichen Tribüne, dem Hügel der Sendlinger Anhöhe, zu. Wie viele Besucher beim ersten Rennen dabei sind, lässt sich nur schätzen: 30 000 sollen es sein. Sie verköstigen sich selbst oder in den „Zelten der Traiteurs“, denen die Abgabe von Speisen und Getränken wie auch von Wein und Bier erlaubt ist. Das Volk feuert die 30 Reiter auf ihren Rössern an und bejubelt den ersten Gewinner: Franz Baumgartner. Ditter wird der Pferdehändler und Lohnkutscher Franz Xaver Krenkl, der in den kommenden Jahren immer wieder in der Siegerliste auftaucht. Aus der Hand des königlichen Staatsministers Maximilian Graf von Montgelas erhalten die Rennmeister und deren Buben goldene Gedenkmedaillen.

Noch vor Festende bitten Mitglieder der Nationalgarde König Maximilian I. Joseph, „die Wiese, worauf das erste bayerische Nationalfest gefeiert worden, zum bleibenden Andenken Theresens Wiese benennen zu dürfen“. Der Wunsch wird erfüllt. Auch der vieler Münchner, das Rennen und das Fest zu wiederholen. Heuer zum 177. Mal.

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