Krätz hält sich bedeckt: "Alles Routine"

Zollfahnder im Hippodrom

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Der Zoll hat am Dienstag das Hippodrom durchsucht.

München - Wiesn-Wirt Sepp Krätz hat am Dienstag Besuch vom Münchner Zoll bekommen: 20 Zöllner kontrollieren seit 10 Uhr das Personal. Es geht um Schwarzarbeit.

Das Zelt hat gerade erst die Tore geöffnet, da steht plötzlich eine Truppe in schwarzer Uniform vor der Hintertür: Razzia im Hippodrom! 20 Zollbeamte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit haben am Dienstag alle 250 Angestellten des Wiesn-Zelts überprüft. Es geht um die Einhaltung arbeitsrechtlicher Vorschriften. „Der Zoll zeigt Präsenz. Es wird nicht unser letzter Besuch auf der Wiesn gewesen sein“, kündigte Sprecher Thomas Meister vom Münchner Hauptzollamt an.

 

Schwarzarbeit? Zoll durchsucht Hippodrom

Schwarzarbeit? Zoll durchsucht Hippodrom

Ihre Einsatzwagen haben die Beamten weiter weg geparkt. Die Kontrolle der Köche und Küchenhelfer, der Bedienungen, Schankkellner und Sicherheitsordner findet im hinteren Teil des Zeltes in den Boxen statt. Sind die Beamten bei Wirt Sepp Krätz, gegen den wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und wegen möglicher Unregelmäßigkeiten bei Abrechnungen ermittelt wird, etwa besonders sensibel? „Nein“, sagt Thomas Meister. „Das ist ein Routine-Vorgang, der immer so abläuft.“ Er betont, die Razzia sei „verdachtsunabhängig“ und habe mit den Ermittlungen nichts zu tun. Schon im vergangenen Jahr waren einige Zelte dran, unter anderem das Hackerzelt.

Auch bei den Sicherheitsordnern schauen die Zoll-Beamten genau hin, ob die Mindestlohn-Grenze von 8,28 Euro eingehalten wird. Desweiteren überprüft der Zoll, ob alle Mitarbeiter sozialversichert sind und ob Schwarzarbeit oder Scheinselbstständigkeit besteht. „In anderen Zelten haben wir im letzten Jahr Verstöße festgestellt“, sagt Meister. Wirt Sepp Krätz hielt sich am Dienstag gegenüber der tz bedeckt. Das sei „alles Routine und nichts Besonderes“, sagte er. Kurz nach Beginn der Untersuchungen verließ er das Zelt: „Ich schaue jetzt zu meinen Rindern.“ Seine Frau tollte derweil vor dem Zelt mit Söhnchen Arthur herum.

Am Nachmittag dann gab Meister nach rund 300 Befragungen ein erstes Ergebnis bekannt. Beim Hippodrom-Personal war alles in Ordnung. Lediglich bei der Security-Firma ergaben sich Anhaltspunkte auf Mindestlohnverstöße und den Verdacht der Scheinselbständigkeit, was der Hinterziehung von Sozialabgaben gleichkommt. Dafür jedoch ist nicht Sepp Krätz, sondern allein die Security-Firma verantwortlich.

N. Bautz

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