Krätz-Nachfolger: 18 Wirte wollen ins Hippodrom

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Das Hippodrom.

München - Der Bär ist noch nicht erlegt, da wird schon um sein Fell gestritten: 18 Wirte bewerben sich bereits für den Wiesn-Standplatz von Sepp Krätz’ Hippodrom, darunter auch Starkoch Alfons Schuhbeck

Der Bär ist noch nicht erlegt, da wird schon um sein Fell gestritten: 18 Wirte bewerben sich heuer für den Wiesn-Standplatz von Sepp Krätz’ Hippodrom, darunter auch Starkoch Alfons Schuhbeck. Krätz muss wegen eines Steuerverfahrens um seine Konzession fürchten. Ob er verurteilt wird, ist völlig offen. Alles hängt davon ab, was bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den 57-jährigen Wirt des Hippodroms, der Waldwirtschaft und des Andechser am Dom herauskommt.

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Seit Monaten ermitteln die Behörden wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Die Staatsanwaltschaft suchte schon drei mal in Krätz’ Büroräumen und privaten Anwesen nach Unterlagen, die die Vorwürfe untermauern. Hintergrund könnte ein anonymes Schreiben mit entsprechendem Inhalt sein, das Wirtschafsreferent Dieter Reiter (SPD) an die Staatsanwaltschaft weiterleitete.

Am 8. Mai entscheidet der Stadtrat über die Wiesn-Zulassungen für 2012. Sollte es bis dahin eine Anklage gegen Krätz geben, könnte es eng für ihn werden. „Dann würde sich die Frage stellen, ob Krätz noch als Wiesn-Wirt vermittelbar ist“, sagt Wolfgang Nickl, der Sprecher von Wirtschaftsreferent Reiter. Reiter wird im Mai als alleiniger Wiesn-Chef fungieren, da Tourismuschefin Gabriele Weishäupl dann bereits in Pension ist. Und er könnte als möglichen Nachfolger als Wiesn-Wirt gleich einen prominenten Namen verkünden: Denn es gibt 18 Bewerber, die sich für Krätz’ Nachfolge auf der Wiesn bewerben.

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Einer, der Krätz beerben will, ist Star-Koch Alfons Schuhbeck.

Nach tz-Informationen kommen die Interessenten aus ganz Deutschland, wenngleich auch bekannte Münchner Namen darunter sind wie der von Siegfried Able, der schon mit der Kalbskuchl auf der Wiesn vertreten ist und unter anderem den Eiszauber am Stachus betreibt. Prominentester Bewerber ist aber TV-Koch Alfons Schuhbeck, der sich schon für das Oktoberfest 2010 beworben hatte. Im Beisein von Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid war Schuhbeck nach tz-Informationen persönlich im Büro der Festleitung erschienen, um sein Konzept vorzustellen. Schmid will das nicht als Parteinahme werten, denn: „Vergaben für die Wiesn erfolgen grundsätzlich nur nach dem strengen Reglement des Vergabesystems.“ Allerdings liegen die Bewertungen dieses Systems im Ermessen der Festleitung. Außer Schuhbeck und Able sollen sich nach Informationen des Münchner Merkur auch die Metzgereidynastie Vinzenz Murr sowie die Wirte Werner Hochreiter (Biergarten am Viktualienmarkt und Wiesn-Zelt Zur Bratwurst) und Peter Reichert bewerben. Letzerer betrieb voriges Jahr das Festzelt Zur Schönheitskönigin auf der Oiden Wiesn.

Das sagt Sepp Krätz

Sepp Krätz ist ins Visier der Steuerfahnder geraten und muss um die Wiesn-Konzession bangen.

Lange hatte Sepp Krätz zu den Vorwürfen geschwiegen, die gegen ihn erhoben werden. Jetzt spricht er in der tz über die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft: „Ich weiß auch nicht mehr als das, was in den Zeitungen steht,“ erklärt der Promi-Wirt. Seine Wirte-Kollegen erzählen, dass Krätz nicht den Eindruck erwecke, als dass er sich große Sorgen mache. Er selbst sagt: „Mir geht es gut wie eh und je.“ Und die Tatsache, dass Berufskollegen sich um seinen Standplatz auf der Wiesn bewerben, überrascht ihn nicht: „Das ist absolut legitim, ich würde es ja wahrscheinlich genauso machen. Ich hätte nicht einmal ein Problem, wenn sich mein bester Freund bewerben würde.“

Johannes Welte

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