Teil sieben der großen Wiesn-Serie

Brüderliche Sportskanonen - Mathias und Ludwig Reinbold vom Schützenfestzelt

+
Können fast alles am Ball: Mathias (re.) und Ludwig Reinbold sind nicht nur die Chefs im Schützenfestzelt auf dem Oktoberfest, sie treiben auch noch leidenschaftlich gern Sport – unter anderem spielen sie Golf und Tennis.

Können fast alles am Ball: Mathias und Ludwig Reinbold treiben leidenschaftlich gern Sport – unter anderem spielen sie Golf und Tennis und die Chefs im Schützenfestzelt auf dem Oktoberfest sind die beiden auch.

München - Millionen Gäste bedienen, ein eigenes Zelt am Fuße der Bavaria betreiben, die schönsten Trachten tragen und zu Beginn des Oktoberfests auf einer edlen Kutsche zum Arbeitsplatz fahren – gibt es einen schöneren Beruf als den des Wiesnwirts? Mathias (31) und Ludwig (30) Reinbold sind durch Papa Edi (75) in die Gastronomie hineingewachsen. Beide haben in Österreich die beste Ausbildung genossen und führen im Schützenfestzelt immer mehr das Regiment. Doch am Anfang stand bei ihnen der Traum vom Profifußball.

Mathias und Ludwig arbeiten vor allem auch dann, wenn andere die Füße hochlegen können – am Wochenende. Das verlangt das Geschäft in der Gastronomie und Hotellerie. Während sich Ludwig Reinbold um das Hotel Drei Löwen an der Schillerstraße und das Regent-Hotel kümmert, zieht Mathias die Fäden im Franziskaner an der Oper. Bald kommt auch der Löwenbräukeller hinzu.

Aus dem Kindertraum Fußballprofi wurde nichts

Aus dem hektischen Alltag ausbrechen können die Brüder am besten durch den Sport. Tennis, Golf, Fußball, Joggen, Judo – die Reinbolds machen fast alles. Im Kindesalter hatten beide das ganz große Ziel vor Augen. Mathias erinnert sich: „Wir wollten Fußballprofis werden. Wahrscheinlich wie viele andere Kinder in unserem Alter auch.“ Dass es damit wohl nichts wird, brachte ihnen allerdings ihr damaliger prominenter Nachbar mehr oder weniger schonend bei. „Wir hatten anscheinend kein großes Talent“, sagt Ludwig und denkt dabei an die Worte von Fußballweltmeister Andi Brehme. „Unsere Eltern sind gut mit ihm befreundet. Er war aber auch ehrlich zu ihnen und hat gesagt, dass wir uns die Profikarriere abschminken können“, sagt Mathias. „Wenn ein Weltmeister so etwas sagt, dann ist es halt so“, meint Ludwig lachend.

Da hat er es ihnen noch nicht verraten: Zu Fußball-Weltmeister Andi Brehme (l.) hatten die Reinbolds ein enges Verhältnis. Eine Profi-Karriere traute er ihnen aber nicht zu.

Doch die Begeisterung für den Sport ist geblieben. Bewegung stand immer an erster Stelle. „Die Woche war prall gefüllt mit Schule und Sport“, sagt Ludwig Reinbold . „Damals gab es ja noch kein i-Pad.“ Die Eltern förderten die Brüder in jedem Bereich. Doch mit 15 und 16 Jahren wussten Ludwig und Mathias dann endgültig, wohin der Weg in der Zukunft führen soll – in die neue Generation der Reinbold-Dynastie. Und natürlich auch auf die Wiesn.

Ach auf dem gepflegten Rasen fühlen sich die Brüder wohl. Beim Golf haben sie ähnliches Talent. Ludwig: „Unsere Handicaps trennt nur ein Schlag.“ Wer von den beiden der bessere Sportler ist, lasse sich nicht so einfach sagen. „Das ist tagesformabhängig“, erklärt er. „Es darf sich immer ein anderer ärgern.“

Trotz der gesunden brüderlichen Rivalität zeigen Ludwig und Mathias Reinbold vor allem auch während des Wiesn-Marathons, was für ein eingespieltes Team sie sind. Während Ludwig sich um praktische Dinge wie Gästebetreuung kümmert, ist Mathias für das Kaufmännische zuständig. Die Wiesn kann kommen – die Gebrüder Reinbold stehen jedenfalls in den Startlöchern.

Das Schützenfestzelt auf der Wiesn.

Das Zelt in Kürze

Bierpreis: 10,90 Euro

Brauerei: Löwenbräu

Halbes Hendl: 11,20 Euro

Schmankerl: Spanferkel mit Kartoffelknödel und Krautsalat (26,70 Euro)

Günstig essen: wechselndes Mittagsgericht von Montag bis Donnerstag von 11 bis 15 Uhr für 13,90 Euro, Mittagsmenü von Montag bis Donnerstag von 12 bis 15 Uhr: Pfannkuchensuppe, Ente mit Kartoffelknödel und Haferl Kaffee (zum Mitnehmen) für 16,90 Euro. 

Sitzplätze: 5361 Plätze im Zelt, 1187 im Biergarten

Raucher: Raucherbalkon, Wiedereinlasskarten für Raucher

Musik: Die Niederalmer (täglich ab 12 Uhr)

Neu: Jetzt geben die Reinbolds ihren Gästen von der Wildererbar auch Auslauf. Erstmals gibt es heuer einen neuen Außenbereich.

Die Wirtefamilie

Seit 1980 befindet sich das Schützenfestzelt fest in der Hand von Familie Reinbold. Vater Edi (74) hatte die Festhalle damals von Wiggerl Hagn übernommen und hatte es nicht leicht. 

Er erinnert sich: „Ich habe mit 37 Bedienungen angefangen, heute sind es über 230.“ Das Wirte-Urgestein zieht sich immer mehr vom Wiesn-Geschäft zurück – scheint es. 

Jetzt kümmern sich hauptsächlich seine Söhne Ludwig (30) und Mathias (31) um das Schützenfestzelt. „Mein Bruder betreut die Gäste und ist viel im Zelt unterwegs, ich prüfe viele Dinge im Hintergrund und bin für die Abläufe zuständig, von denen die Menschen im Zelt in der Regel nichts mitbekommen“, sagt Mathias. Papa Edi mischt aber weiterhin kräftig mit. Ludwig: „Er weiß immer Bescheid, was passiert.“

Die Wirtefamilie Reinbold vom Schützenfestzelt.

Alle Nachrichten rund um das Oktoberfest 2017 finden Sie auch in unserem Nachrichten-Ticker

Unsere besten Wiesn-Geschichten posten wir auch auf der Facebook-Seite Oktoberfest

Das könnte Sie auch interessieren:

Teil 1 der Serie: So bereitet sich die Wirtin des Löwenbräuzelts auf die Wiesn vor

Teil 2 der Serie: So bereitet sich der Wirt vom Weinzelt auf die Wiesn vor

Teil 3 der Serie: So bereitet sich der Wirt vom Traditionszelt auf die Wiesn vor

Teil 4 der Serie: So bereitet sich die Wirtin der Ochsenbraterei auf die Wiesn vor

Teil 5 der Serie: So bereitet sich der Wirt vom Armbrustschützenzelt auf die Wiesn vor

Teil 6 der Serie: Darum sind Hobbys der „Schönheitskönigin“-Wirte hilfreich für Vorbereitung

Von Johannes Heininger

Auch interessant:

Lesen Sie auch:

Angie, das Ententaxi - Seit 50 Jahren bedient sie beim Poschner

Angie, das Ententaxi - Seit 50 Jahren bedient sie beim Poschner

Wie sich unser Reporter als Schankkellner im Augustiner schlug

Wie sich unser Reporter als Schankkellner im Augustiner schlug

Verwirrung um Anstich-Fass im Schottenhamel 

Verwirrung um Anstich-Fass im Schottenhamel 

Kommentare