Teil 1 der großen Serie

So bereitet sich die Wirtin des Löwenbräuzelts auf die Wiesn vor

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Echte Löwen lieben die Berge. Wirtin Steffi Spendler beim Skifahren. Sie leitet das Löwenbräuzelt mit Papa Wiggerl Hagn.

Heuer sehen wir uns in unserer Serie an, wie sich die Wirte auf den Oktoberfest-Marathon vorbereiten. Die Gastgeber erzählen uns, welche Hobbies sie als Freizeit-Ausgleich haben. Den Anfang macht: Stephanie Spendler (50) vom Löwenbräuzelt.

Das Skifahren hat sie im Grunde parallel zum Gehen gelernt. Denn Löwenbräuzelt-Wirtin Stephanie Spendler (50) verbrachte einen großen Teil ihrer Kindheit in Tirol. Dort machte die ganze Familie Urlaub. Und alle fuhren gut und gerne Ski. „Am meisten war ich mit meiner Oma und meinem Vater beim Skifahren, von den beiden habe ich die Leidenschaft für diesen schönen Sport geerbt“, sagt Spendler.

Zusammen mit ihrem Papa, Oktoberfest-Urgestein Wiggerl Hagn, führt die 50-Jährige heute auch das Löwenbräuzelt. Sie ist seit dem Jahr 1999 mit im Vertrag, er leitet die Geschicke schon seit 1979. Und genau wie ihr Vater hat die Wiesn-Wirtin das Talent zum Erzählen.

Die ganze Familie Spendler und Hagn beim Skifahren. V.l.: Michael Spendler, die Söhne Johannes und Lukas, Stephanie Spendler und Familienoberhaupt Wiggerl Hagn, eindeutig identifizierbar über sein Markenzeichen, den Bart.

Das heißt aber nicht, dass es bei der Gastronomin gemütlich zugeht - schon gar nicht auf der Piste. Eine ziemlich wilde Fahrerin sei sie, sagt Stephanie Spendler. Heute düst sie auch mit ihrem Mann Michael (55) und den beiden Söhnen Johannes (24) und Lukas (22) die Hänge hinunter. „Die Kälte, das Glitzern des Schnees, die Stille in der Natur“, all das liebt die studierte Betriebswirtschaftlerin an den Bergen. Außerdem die Geschwindigkeit und die tolle Aussicht. Gemütlich darf es dann beim Einkehren auf der Skihütte werden.

Und auch ein weiteres sportliches Hobby teilt die Wirtin mit ihrer Familie: das Volleyballspielen. Über diese Leidenschaft hat sie sogar ihren Mann Michael kennengelernt. „Also quasi eine Netzliebe“, sagt Spendler. Beide baggerten damals bei Schwabing. Heute ist die Wirtin bei einer Truppe in Haidhausen aktiv. Dass es dabei nicht immer ernst zugeht, zeigt schon der Name der Mannschaft: „Die Unvollendeten.“

Ausgleich bekommt Spendler neben dem Skifahren durchs Volleyballspielen.

Mit ihrem Mann zusammen spielt sie Sonntagabend immer Beachvolleyball mit den „Beachies“. Wenn die Spendlers mal eine Runde draußen sporteln wollen, dann können sie gleich bei der eigenen Wirtschaft Hirschau die Bälle schmettern. Nur wenige Meter vom Restaurant und Biergarten entfernt gibt es seit drei Jahren zwei Beachvolleyball-Plätze zum Mieten.

Auch die Söhne des Paares treten manchmal mit zum Vierer-Match an. „Beim Doppel komme ich mir dann immer vor wie ein Topf Sauerbier“, erzählt die Mama. Denn: Alle drei Männer sind um die zwei Meter groß. Steffi Spendler dagegen „nur“ 1,78 Meter. „I hob scho gspuit mit der Mama, heißt es dann regelmäßig“, erzählt die Wirtin. Letztendlich müsse ihr Mann dann eben mit ihr ins Team. „Er hat mich schließlich auch geheiratet.“

Dafür saust die Mama den Männern beim Skifahren dann halt ab und zu davon. Besonders das Tiefschneefahren hat es der Wiesn-Löwin angetan.

Deswegen mag sie auch das Skigebiet in Pass Thurn in Tirol besonders gerne. Zu ihrem runden Geburtstag heuer hat sich Steffi Spendler etwas ganz besonderes gewünscht: Nächstes Jahr geht es nach Kanada - zum Skifahren. Da gebe es noch viel mehr Schnee, sagt die Wirtin. „Und der ist viel kälter und fluffiger und die Natur noch unberührter als bei uns in den Alpen.“

Gut, dass die Wiesn nicht im Winter ist, findet Stephanie Spendler. Woher würde sie sonst die Zeit zum Skifahren nehmen

Das Zelt in Kürze

  • Bierpreis: 10,80 Euro
  • Die Brauerei: Löwenbräu
  • Halbes Hendl: 11,50 Euro
  • Schmankerl: Bratreindl: Niederbayerische Bauernente, halbe gegrillte Schweinshaxe, Spanferkelschulter und Schinkenbratwürstl mit Apfelblaukraut und Kartoffelknödel für 52 Euro für zwei Personen.
  • Günstig essen: Drei verschiedene Mittagsgerichte von Montag bis Freitag zwischen 10,50 und 11,80 Euro
  • Sitzplätze: 5700 Plätze im Zelt, 3300 im Biergarten
  • Raucher: Rauchen ist nur im Biergarten erlaubt, es gibt keine Rauchereingänge
  • Musik: Im Löwenbräuzelt spielen Bert Hansmaier s Heldensteiner (Montag bis Freitag von 12 bis 15 Uhr und ab 16 Uhr, Samstag und Sonntag ab 11 Uhr).
  • Neuerungen: Da brüllt der Löwe! Die beiden Wahrzeichen des Zeltes – die stattlichen Löwen an Fassade und Turm – wurden für die letztjährige Wiesn neu gestaltet. Auch der Turm wurde neu gebaut und hat nun einen Sockel. An der Fassade ist seit dem letzten Oktoberfest ein großes Sonnenschutz-Fenster in halbrunder Form passend zum Tonnengewölbe im Zeltinneren.

Die Wirtefamilie

Stephanie Spendler (50) führt das Löwenbräuzelt zusammen mit ihrem Papa Wiggerl Hagn (77). Dessen Eltern waren ab 1953 Wirte im Schützenzelt. Als sein Vater 1956 verstarb, half der 16-Jährige Wiggerl seiner Mutter im Zelt. Ab 1961 war er Wirt im Schützenzelt. 18 Jahre später bekam die Familie den Zuschlag fürs Löwenbräuzelt. 1999 wurde Wiggerl und Christa (74, Foto 2.v.r.) Hagns Tochter Steffi auch Wiesn-Wirtin. Ihr Mann Michael (55, Foto l.) und die Söhne Johannes (24) und Lukas (22) werkeln mit im Wiesn-Team. Stammbetrieb der Familie ist die „Hirschau im Englischen Garten“, ein Restaurant mit großem Biergarten.

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