Im Wiesnzelt Fischer-Vroni

Nächstes Jahr soll’s bei den Reservierungen noch spontaner werden

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Die Platzverteiler: Hans Stadtmüller und Fritz Kustatscher kümmern sich um die neuen Spontan-Reservierungen an den Wochenenden.

Plätze reservieren wie im Kino: Das ist heuer in der Fischer-Vroni erstmals möglich. Johann Stadtmüller bietet als erster großer Wiesn-Wirt Last-Minute-Reservierungen an. Nach den ersten beiden Wochenenden zieht der Wirt ein positives Fazit – und will das System nächstes Jahr ausbauen.

München - „Dafür, dass die Spontanreservierungen ein komplett neues System sind, sind sie gut angelaufen“, sagt Johann Stadtmüller. Um die Technik kümmern sich sein Sohn Hans, Enkel der einstigen Fischer-Vroni Eva Stadtmüller, sowie Fritz Kustatscher, Enkel der zweiten ehemaligen Fischer-Vroni Anita Schmid.

Das System sieht vor, dass sich Gäste für das Wochenende maximal einen Tag vorher einen Platz im Zelt online sichern dürfen. Auf Stadtmüllers Anregung hatte der Stadtrat allen Wirten die Erlaubnis gegeben, zehn Prozent der eigentlich reservierungsfreien Plätze Spontanbesuchern zur Verfügung zu stellen.

Stadtmüller ist der einzige Wirt, der die Idee bislang umsetzt. Für zwei bis maximal sechs Personen kann man bei ihm reservieren. Die meisten Zeitspannen umfassen drei Stunden, bei der letzten dürfen die Besucher vier Stunden bleiben. Nach dem ersten Wochenende habe sich herausgestellt, dass einzelne Besucher sich sowohl am Freitag für Samstag als auch am Samstag für Sonntag gleich mehrere Plätze reservierten. „Das war nicht in unserem Sinne, wir wollten, dass möglichst viele unterschiedliche Münchner einen Platz bekommen und sich nicht die gleichen ganz viele Plätze reservieren“, erzählt Fritz Kustatscher. Deswegen wurde das System zum zweiten Wochenende hin modifiziert: Die Reservierungen sind nun auch am letzten Wochenende bereits in der Nacht zum Freitag kurz nach Mitternacht freigeschaltet für Samstag und Sonntag. „So können wir stärker eingreifen, dass die Plätze gut auf viele Personen verteilt sind.“ Rund 15 Tische à acht Personen sind an den Wochenenden und am Feiertag für die Spontanreservierungen freigehalten. Macht 120 Plätze, die über drei Zeitspannen hinweg platzweise reserviert werden können.

Die Fischer-Vroni-Verantwortlichen wollen das System auch nächstes Jahr wieder an den Start bringen – und ausweiten. „Wir hoffen, vom Stadtrat eine Erlaubnis zu bekommen, die Spontanreservierungen auch unter der Woche anbieten zu können“, sagen sie.

„Ich finde es wichtig, dass sich Wirte und Schausteller gegenseitig unterstützen“

Die Reservierungen sind nicht die einzige Neuheit in dem Zelt. Auch eine Kooperation mit den Schaustellern ist Wirt Johann Stadtmüller eingegangen. Jedes Kind, das etwas bei ihm isst, bekommt einen Gutschein für ein Fahrgeschäft geschenkt. „Ich finde es wichtig, dass sich Wirte und Schausteller gegenseitig unterstützen. Denn ohne die Schausteller wäre die Wiesn nicht das, was sie ist“, sagt der Wirt. Die Überlegung, mit der er die Schausteller lockte: Wenn ein Kind einen Gutschein geschenkt bekomme, dann fahre vielleicht auch der Papa oder die Mama. Ganz unbürokratisch haben sich die Schausteller und der Wirt geeinigt. Im Gegenzug für die Marken gibt Johann Stadtmüller den Fahrgeschäften Gutscheine für seinen Steckerlfisch. „Die können wir Bedürftigen geben, die wir zum Fahren bei uns einladen“, erzählt Schausteller-Sprecherin Yvonne Heckl. Stadtmüllers Idee sei „charmant. Uns würde es freuen, wenn sie auch bei anderen Wirten Schule machen würde.“ Die Kollegen hätten heuer erst mal noch nicht mitgezogen, sagt Stadtmüller.

Was aufmerksamen Wiesn-Besuchern aufgefallen sein könnte: Der alte Kahn, der seit den 50er-Jahren vor dem Zelt neben dem Haupteingang stand, ist nicht mehr da. Aus Sicherheitsgründen habe das Schiff wegmüssen, sagt Johann Stadtmüller. „Das ist schad’, aber wenn im Ernstfall doch mal viele Menschen laufen, wäre der Kahn im Weg gestanden.“

Lesen Sie auch: Alle Infos zur Reservierung in den Wiesn-Zelten.

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