Wirt Able gibt Teil der Rechte ab

Der „Marstall“ heißt in Zukunft nicht mehr nur „Marstall“

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Seit dem Jahr 2014 sind Sabine und Siegfried ABle Wiesn-Wirte. Ihr Zelt dürfen sie zukünftig nicht mehr nur „Marstall“ nennen, sie brauchen den Zusatz „Festzelt“.

Mit seinem Zelt namens Marstall ging Siegfried Able 2014 als großer Wiesn-Wirt an den Start. Er hatte sich die Marken-Rechte gesichert. Doch das schmeckte dem Freistaat nicht. Nun gibt es eine Einigung.

München - Siegfried Able (53) hatte sich den Münchner Traditions-Namen „Marstall“ zu seiner ersten Wiesn für sein Zelt gesichert - doch der Freistaat wehrte sich. Nun hat sich der Oktoberfest-Wirt nach mehreren Jahren Verhandlungen mit dem Kultusministerium auf einen Kompromiss geeinigt: Able darf den Namen „Marstall“ nur noch mit dem Zusatz „Festzelt“ verwenden. 

Und er überträgt die Marke „Marstall“ auf den Freistaat, wenn es um Dienstleistungen im Bereich Unterhaltung bei kulturellen Aktivitäten sowie Verpflegung und Beherbergung von Gästen in Zusammenhang mit einem Café geht. 

Der Hintergrund: Der Name Marstall hat in München eine lange Tradition. Die ehemalige Hofreitschule ist ein Nebengebäude der Münchner Residenz. Der klassizistische Bau wurde zwischen 1817 und 1822 von Leo von Klenze errichte, bei einem Luftangriff während des Zweiten Weltkriegs jedoch weitgehend zerstört. 1969 begann der Wiederaufbau. 

Able: „Vernünftige Regelung gefunden“

Der Marstall ist heute eine von drei Spielstätten des Bayerischen Staatsschauspiels, auch ein kleines Café wird hier betrieben. Weiterhin unter dem Namen Marstall? Das war nach Ables Namens-Sicherung fraglich. Also meldeten sich Juristen des Kultusministeriums nach Ables erster Wiesn 2014 bei dem Wirt. Und drohten mit einer Klage.

Er habe für seine erste Wiesn einen Namen gesucht, der nicht rechtlich geschützt gewesen sei, so der Wirt zu unserer Zeitung. „Sonst habe ich mir da wenig Gedanken darum gemacht.“ Er habe einen Rechtsstreit vermeiden wollen, deswegen seien seine Anwälte in Verhandlung mit dem Ministerium gegangen. „Ich freue mich, dass nun eine vernünftige Regelung gefunden wurde.“

Das Kultusministerium bestätigt die Vereinbarung. Diese sei im Herbst vergangenen Jahres zwischen Siegfried Able und dem Residenztheater getroffen worden, sagt Sprecherin Julia Graf. „Danach dürfen sowohl Herr Able als auch das Residenztheater die Wortmarke ‚Marstall‘ für ihre Zwecke nutzen.“ 

Der Wirt hat eine Übergangsfrist gesetzt bekommen: Danach muss etwa auch auf den Tischdecken in seinem Marstall zwingend der Zusatz „Festzelt“ stehen.

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