Nach Mauschelei-Vorwürfen

Wiesn-Zelte: Neue Regeln für Zulassung

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Die Zulassung für Wiesn-Zelte wird neu geregelt.

München - Nach dem heftigen Streit um die Auswahl des neuen Wiesn-Wirts Siegfried Able hat der neue Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) angekündigt, neue Regeln für die Zulassung zum Oktoberfest aufzustellen.

„Wir werden das im Sommer angehen und bis zur Zulassung für die Wiesn 2015 ein neues Verfahren erarbeiten“, sagte Reiter unserer Zeitung. Man werde dafür einen interfraktionellen Arbeitskreis einrichten und auch die Wiesn-Wirte in die Diskussion einbinden, kündigte der neue OB an. Er sei durchaus für mehr Transparenz. „Warum sollte man eine Debatte über die Zulassung der Wiesn-Wirte nicht auch öffentlich führen?“, fragte Reiter. Bislang entscheidet der Wirtschaftsausschuss des Stadtrats in geheimer Sitzung über die Betreiber der lukrativen Wiesn-Zelte.

Nachdem der Stadtrat vor einer Woche beschlossen hatte, das durch die Steueraffäre von Sepp Krätz freigewordene Zelt an Siegfried Able zu vergeben, hatte es erhebliche Kritik vor allem aus dem Lager der übrigen Wirte gegeben. Weil Able schon frühzeitig ein großes Zelt in Auftrag gab und sich für sein bisheriges kleines Wiesn-Zelt „Kalbs-Kuchl“ nicht mehr beworben hatte, war der Vorwurf der Mauschelei aufgekommen. Der Unmut im Kreis der Oktoberfest-Wirte ist auch Tage nach der Entscheidung der Stadt noch groß.

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Sowohl Able als auch die Stadtverwaltung dementieren eine vorherige Absprache über die Vergabedes freigewordenen großen Zeltes. „Das Referat weist den Vorwurf der Mauscheleien oder gar der Korruption vehement zurück“, sagte ein Sprecher des zuständigen Wirtschaftsreferats, dem Reiter bislang vorstand. Der neue OB sagte: „Wir haben das Verfahren tausendprozentig korrekt angewendet, und trotzdem ist jetzt offenbar keiner zufrieden.“ Deshalb wolle er handeln. Das Bewertungssystem sei teilweise in die Jahre gekommen und müsse nun überarbeitet und transparenter werden.

Da die Gastronomen bis Ende Dezember ihre Bewerbungen für die Wiesn 2015 einreichen müssen, müsste auch ein neues Verfahren bis spätestens zum Jahresende beschlossen sein.  

pv

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