Doppelter Schlag gegen den Tisch-Wucher

Hofbräuzelt-Wirte überführen Wiesn-Abzocker

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Silja Steinberg (rechts) und Angela Ofenstein jubeln über ihren Fahndungserfolg.

München - Die Wiesn-Wirte ärgern sich seit Jahren, dass Agenturen Tische für mehrere tausend Euro im Internet weiterverkaufen. Am dritten Tag ist es jetzt gleich zwei Abzockern an den Kragen gegangen.

Hofbräu-Wirtin Silja Steinberg und Mitarbeiterin Angela Ofenstein jubeln: „Wir konnten gleich zwei Männer schnappen.“

Ein bisserl hat dabei auch der Zufall geholfen. Denn am Montag kam eine Touristin ins Büro, die Reservierungsunterlagen dabei hatte, aber ihren Tisch nicht fand. Als sie nebenbei am Telefon mit jemandem sprach, der sie offensichtlich ins Zelt bringen sollte, wurde Ofenstein stutzig – und verfolgte die Frau, als diese das Büro verließ. Und tatsächlich: Am Eingang warteten Mitarbeiter einer Agentur, die die Käufer der Wucher-Tische an ihre Plätze führten.

Die Abzocker verkauften Wiesn-Tische im Hofbräuzelt.

Sofort durchsuchte Ofenstein die Reservierungslisten. Anhand der Tischnummer fand sie den Namen des Mannes heraus, der die Reservierung verkauft hatte. Durch Unregelmäßigkeiten in den Reservierungsunterlagen fand sie sogar noch einen zweiten verkauften Tisch. Illegal ist das nicht, aber ein Vertragsbruch gegenüber dem Wirt. „Die zweite Reservierung für diese Wiesn haben wir bereits storniert. Diese Gäste kriegen bei uns nie wieder einen Platz“, sagt Silja Steinberg. Manchmal tun ihr die Käufer leid, die ein kleines Vermögen bezahlen und dann ohne Wiesn-Tisch dastehen. „Den meisten ist aber bewusst, worauf sie sich einlassen“, erklärt sie.

Vorsorglich hat sie die Namen auch gleich an alle ihre Wirte-Kollegen auf der Wiesn geschickt. „Das machen wir immer so, denn oft sind die Verkäufer Profis und versuchen es nicht nur in einem Zelt“, erklärt die Wirtin. So war es auch in diesem Fall. „Es hat nur ein paar Stunden gedauert, bis sich der erste Kollege gemeldet hat. Einer der Männer hatte auch bei ihm reserviert – ebenfalls zum letzten Mal“, sagt Steinberg.

Beate Winterer

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