Welle der Unterstützung

Hippodrom: Petition für Erhalt gestartet

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Mehr als 5.600 Unterstützer haben die Online-Petition für den Erhalt des Hippodrom auf dem Münchner Oktoberfest schon unterschrieben.

München - Wie geht es weiter mit dem Hippodrom? Schon vor der Entscheidung der Stadt wurde eine Online-Petition für den Erhalt des Festzelts gestartet. 5.600 Unterstützer haben sich bereits eingetragen.

Den Andechser am Dom hat Wiesn-Wirt Sepp Krätz bereits verloren. Nach seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung hat ihm das Kreisverwaltungsreferat die Konzession für die Gaststätte entzogen. Am Montag, 28. April beschäftigt sich die Behörde nun mit Krätz' Wiesn-Zelt Hippodrom. Und auch da sieht es nicht gut aus für den Gastronom. Mit Siegfried Able hat sich bereits ein potenzieller Nachfolger für die Festhalle in Stellung gebracht.

Welle der Unterstützung für das Hippodrom

Doch das Hippodrom kampflos aufgeben, das wollen weder die Familie Krätz noch die zahlreichen Fans des traditionsreichen Wiesn-Zelts. Auf einem Portal für Online-Petitionen wurde nun eine Unterschriftenaktion für den Erhalt des Hippodrom gestartet. Empfänger ist der Wirtschaftsausschuss der Stadt München. Mehr als 5600 Unterstützer (Stand Donnerstag, 14.45 Uhr) haben bereits unterschrieben, davon stammen 3.300 aus Bayern. Im Minutentakt kommen neue dazu. Die Quote ist damit bereits erfüllt: 5000 werden laut dem Online-Portal benötigt.

Moderne Bierburg statt Kulturgut und Heimat?

Die Begründung laut Initiator "Akiki Moerchen": "Das Hippodrom existiert seit 111 Jahren am Münchner Oktoberfest. Der momentane Wirtschaftsreferent und designierte Oberbürgermeister Dieter Reiter erwägt laut Presseberichten, das Hippodrom abzuschaffen und an dessen Stelle eine weitere moderne Bierburg zuzulassen. Die Historie und Tradition wird hier mit Füßen getreten und den Münchnern und Gästen ein Kulturgut und eine Heimat geraubt." Weiter heißt es im Text: "Das Hippodrom darf nicht sterben. Es gehört zur Vielfalt des Münchner Oktoberfests, wie die Krinoline, der Schichtl, das Augustinerzelt und die Bavaria."

Hippodrom-Fans kämpfen für den Erhalt des Zelts

Doch woher kommt diese Welle der Unterstützung für das Hippodrom? Hier lohnt ein Blick in die Kommentare: Zuallererst machen sich natürlich die eingefleischten Hippodrom-Fans stark für ihr Zelt. So schreibt Patrick B. aus München: "Das Hippodrom war seitdem ich denken kann mein Wiesn-Zuhause und ein Ort, an dem ich mich mit meiner Familie wie zu Hause gefühlt habe, toll gegessen habe und immer freundlich bedient wurde."

Auch Besucher aus der Ferne wollen ihr Hippodrom nicht verlieren: "In Anbetracht der zunehmenden anonymen Kommerzialisierung des Oktoberfestes würden wir den Verlust dieses schönen, einladenden und kulinarisch herausragenden Wiesn-Zeltes sehr bedauern und hätten einen Grund weniger, unsere alljährlichen Ausflüge zum Oktoberfest fortzusetzen", betont Joachim G. aus Ladenburg am Neckar.

Eine zweite Chance für Sepp Krätz?

Einige Hippodrom-Unterstützer thematisieren auch die persönlichen Verfehlungen von Sepp Krätz. Hubert Z. aus Ismaning zum Beispiel sieht darin keinen Grund, dem Wiesn-Wirt sein Zelt wegzunehmen, "weil jeder Mensch, der einen Fehler begangen hat, eine zweite Chance verdient hat, und Sepp wirklich wieder Niveau in das vorher mehr als marode und runtergewirtschaftete Hippodrom gebracht hat."

Auch die Mitarbeiter fürchten den Verlust des Hippodrom

Einige sind aber auch ganz persönlich von der unsicheren Zukunft des Hippodrom betroffen: Die zahlreichen Mitarbeiter in Küche und Service, zum Beispiel. "Ich arbeite in diesem Zelt!", schreibt Katrin W. aus Affing. "Es ist ein wunderbares Zelt für Leute, die auf angenehme Art feiern wollen!"

Kritiker zweifeln an der Tradition und Herrn Krätz

Es gibt aber auch Kritiker. Unter dem Punkt "Debatte" begründen sie, was für sie gegen einen Erhalt des Hippodrom spricht. "Das Hippodrom als 'Traditionsbetrieb'??? Dass ich nicht lache! Nur der Name ist noch der alte, die Tradition hat sich über die letzten 111 Jahre wohl verflüchtigt", schreibt ein Kritiker.

Einen Kompromiss schlägt ein anderer Nutzer vor: "Herr Krätz ist wegen Steuerhinterziehung verurteilt, hat sich jedoch clever die Marke 'Hippodrom' schützen lassen. Herr Krätz kann zum Erhalt des Hippodrom beitragen und die Markenrechte am Wort 'Hippodrom' der Stadt München übertragen."

So oder so, es bleibt spannend, wie die Entscheidung über die Zukunft des Hippodrom ausfällt. Wer sich für den Erhalt des Festzelts stark machen möchte, kann hier noch bis einschließlich Donnerstag, 25. April, die Petition unterzeichnen.

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