Altbairisches Scherbenschießen

Die ersten Schießgeschäfte hielten als Schießstände um 1840 auf Volksfesten Einzug. In den 1870er Jahren wurden die ersten Schießbuden aufgebaut, heute stehen moderne Schießwagen zum Testen der Zielsicherheit bereit.

In den 1880er Jahren kam das Schießen auf Objekte aus Ton auf. Tabakspfeifen, Tierfiguren, kleine Scheiben in Rund- oder Sternchenform (Flattern) oder Tontöpfchen (Scherben) waren die Artikel, die die Schießbudenbesitzer damals fast ausschließlich von Tonwaren- oder Tonpfeifenfabriken aus dem Westerwälder Kannenbäckerland bezogen.

Die vertraute Form des Schießens auf bunte Kunstblumen oder andere Treffer wurde erst in den 1930er Jahren eingeführt. Was damals auf Tonröhrchen zum Abschuß frei gegeben wurde, steckt heute meistens auf Plastiksteckern. Auf der Wiesn ist es aber möglich, das besondere Schießgefühl auf Ton kennenzulernen:

Um sich selbständig machen zu können, baute Mary Schröder (1899 - 1975) in den letzten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg heimlich eine Schießbude:

Mit dem "Altbairischen Scherbenschießen" ging sie dann auf die erste Münchner Wiesn nach dem Krieg. 1965 wurde die alte Bude TÜV-gerecht modernisiert, ohne den Grundbau anzutasten.

Das Erscheinungsbild blieb bis heute bestehen, wie alte Fotografien der Schießbude über die Jahre belegen. Die Familientradition führt die Enkelin, Ursula-Josy Steinker fort. Sie übernahm 1994 von ihrer Mutter Lilo Steinker-Schröder das Geschäft, das nur auf der Wiesn aufgebaut wird. Und hier kann geschossen werden wie in früheren Zeiten - auf original Tonröhrchen und -töpfchen, den sogenannten "Scherben".

Rubriklistenbild: © fkn

Auch interessant:

Lesen Sie auch:

Der Adrenalin-Kick auf der Wiesn ist sein Werk

Der Adrenalin-Kick auf der Wiesn ist sein Werk

Wiesn-Ärger: Darum wurde der Schausteller-Protest abgesagt

Wiesn-Ärger: Darum wurde der Schausteller-Protest abgesagt

Alex Airport: Schwereloser Flug - Video

Alex Airport: Schwereloser Flug - Video

Kommentare