Die Wiesn und der Duft - Ein Festival der Sinne

Die Wiesn ist ein Genuss für alle Sinne! Für Augen, Ohren – und natürlich die Nase: Der Mensch kann mehrere Millionen Gerüche unterscheiden – auf der Wiesn finden sich 1000 bis eine Million Gerüche!

 „Der typische Wiesn-Geruch besteht hauptsächlich aus Essensgerüchen, Alkohol und den Eigengerüchen der Besucher“, sagt Dr. Eike Krause, Oberarzt an der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde der LMU in Großhadern.

Dominant sind auf der Wiesn vor allem die Essensgerüche –deren Duftmoleküle sind in der Luft in höchster Konzentration vorhanden. Auf eine Billion Sauerstoffmoleküle reicht teils ein einziges Duftmolekül, damit es wahrgenommen wird!

Einer der ersten Gerüche, der über die Wiesn zieht, ist der Ochs aus der Ochsenbraterei: Um 4 Uhr früh wird hier der Grill angeworfen. Könnte man die gesamten Duft­moleküle auf der Wiesn einfärben, würde eine mehrere 100 Meter hohe Duftglocke über dem Festgelände liegen! So funktioniert das Riechen: Der Mensch atmet die Riechpartikel in der Luft ein. Die docken an die Rezeptoren der Riechzellen im Dach der Nase an. Von dort wird ein Nervenimpuls an das Hirn weitergeleitet und hier zu einem Gesamteindruck verarbeitet: „Ich rieche gebrannte Mandeln.“ Manchmal reicht ein Geruch, um Erinnerungen zu wecken. Dr. Krause: „Das liegt daran, dass das Riechhirn eng mit dem Hippocampus verbunden ist, der für Emotionen und Erinnerungen zuständig ist.“

Der Geruch hat auch Einfluss auf das Flirtverhalten: Wir suchen unbewusst einen Partner, der sich genetisch von uns unterscheidet, um gesunden Nachwuchs zu bekommen. Riechen ist auch Schutz. Dr. Krause: „Schlech­ter Geruch, etwa nach faulem Essen oder Brand, signalisiert uns Gefahr – das ist auch auf der Wiesn wichtig.“

Christina Meyer

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