"Marstall"

Siegfried Able darf nicht in den Club der Wiesnwirte

Marstall-Wirt Siegfried Able darf vorerst nicht in die Vereinigung der Wiesnwirte.
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Marstall-Wirt Siegfried Able darf vorerst nicht in die Vereinigung der Wiesnwirte.

München - Es ist der exklusivste Club für Gastronomen: die Vereinigung der Wiesnwirte.  Doch Siegfried Able darf vorerst nicht Mitglied werden. Able nimmt's gelassen und verrät, was das Bier in seinem "Marstall" kosten wird.

Der Konflikt zwischen den etablierten Wirten auf dem Oktoberfest und Siegfried Able, dem Nachfolger von Sepp Krätz, schwelt weiter. Able, der heuer erstmals ein großes Zelt auf der Wiesn betreiben darf, darf nach Informationen unserer Zeitung vorerst nicht Mitglied in der Vereinigung der Wiesnwirte werden. Es handelt sich bei der Vereinigung zwar nicht um eine offizielle Institution des Oktoberfestes, doch bislang waren immer ausnahmslos alle Betreiber großer Zelte Mitglied.

Beim letzten Treffen der Vereinigung sei darüber beraten worden, ob man Able und dessen Frau aufnehmen solle, bestätigt Toni Roiderer, Wirt des Hackerzelts und Sprecher der Vereinigung, unserer Zeitung. „Wir haben beschlossen, dass wir uns erst einmal anschauen, wie sich Siegfried Able heuer auf der Wiesn verhält, und entscheiden dann“, sagt Roiderer.

Verhältnis zwischen Able und anderen Wirten zerrüttet

Das Verhältnis zwischen Able und zahlreichen etablierten Wirten gilt als zerrüttet. Schon im Vorfeld der Entscheidung des Stadtrats, Able ein großes Wiesn-Zelt betreiben zu lassen, hatte es aus dem Kreis der Wirte erhebliche Kritik an dem Münchner Gastronom und seiner Bewerbung gegeben. Vor allem die Tatsache, dass sich Able nur für das große Zelt, nicht aber für sein angestammtes kleines Zelt beworben und damit alles auf eine Karte gesetzt hatte, sorgte für Misstrauen. Viele warfen Able vor, frühzeitig durch eine Absprache gewusst zu haben, dass er den Zuschlag erhalten würde. Able hat das stets bestritten.

Für zusätzlichen Unmut sorgte die Tatsache, dass eine Liste der Platzierungen bei der Vergabe der Wiesn-Lizenzen öffentlich wurde. Demnach kam Able aus dem Stand auf den zweiten Platz und überholte damit lang etablierte Gastronomen wie die Familien Schottenhamel und Kuffler. Auch dass Able nach seiner Berufung sagte, in seinem „Marstall“-Zelt werde es eine abwechslungsreichere Speisekarte als in anderen Zelten geben, ging gegen die Wirtsehre seiner Konkurrenten.

Able: "Ich bin kein Einzelkämpfer"

Able selbst sieht die Ablehnung der anderen Wirte gelassen. „Ich will nur dort Mitglied sein, wo man mich auch haben will“, sagt er unserer Zeitung. „Die Vereinigung ist ein eingeschworener Kreis, es ist völlig in Ordnung, dass sie sagen, sie wollen erst einmal abwarten.“ Verwundert habe ihn die Entscheidung aber doch: „Es ist schon etwas seltsam, dass man sagt, man muss sich erst mal beschnuppern, obwohl mich viele seit 30 Jahren kennen.“ Able jedenfalls betont, er werde sich einer Mitgliedschaft nicht verschließen, wenn die Vereinigung ihn in den kommenden Jahren aufnehmen wolle. „Ich bin ein Gemeinschaftstyp, kein Einzelkämpfer“, sagt Able. Aber er betont auch: „Ich habe noch nie geschaut, was macht der links oder rechts neben mir, ich habe immer mein Ding durchgezogen.“ Und trotz des schwelenden Konflikts sagt Able: „Ich schätze die Kollegen und die Kollegen schätzen mich.“

Bierpreis im "Marstall" unter 10 Euro

Ables erste Entscheidung als Wiesnwirt dürfte zumindest seine Gäste freuen: Der Bierpreis im neuen „Marstall“-Zelt von Able wird heuer die magische 10-Euro-Marke noch nicht überspringen, versichert der Wirt. In anderen Zelten, so ist zu hören, wird die Mass wohl bis zu 10,10 Euro kosten. Die Preise aller Zelte will die Stadt in den kommenden Tagen veröffentlichen.

Philipp Vetter

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