Die Bagger, Sattelschlepper und Gabelstapler sind schon wieder unterwegs auf der Theresienwiese. Sie legen Fundamente frei, bringen Container mit eingelagerten Teilen der Festzelte herbei und hieven diese dorthin, wo sie verbaut werden sollen. Auch im Südteil der Theresienwiese hat sich einiges getan. Dort stehen die Rohbauten für das Zentral-Landwirtschaftsfest (ZLF), auf dem in der ersten Wiesn-Woche von 22. bis 30. September rund 680 Aussteller aus Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft ihre neuesten Entwicklungen zeigen werden.
Oktoberfest-Aufbau: So wächst die Wiesn
Das ZLF ist der Grund, warum es in diesem Jahr keine „Oide Wiesn“ geben wird. Der Platz ist schlichtweg nicht ausreichend. Denn statt sonst 34 Hektar stehen nur 26 Hektar für die Festzelte, Buden und Fahrgeschäfte zur Verfügung. Bemühungen, ZLF und „Oide Wiesn“ doch noch unter einen Hut zu bekommen, waren gescheitert. Erst im nächsten Jahr soll es nun das historische und weitaus ruhigere Pendant zum Oktoberfest wieder geben.
Die Wiesn-Bierpreise seit 1810
Wer trotz Rauchverbot auf der Wiesn rauchen will, der könnte es in diesem Jahr mitunter etwas schwerer haben. Manche Wirte ohne festen Raucherbereich wollen nämlich keine Karten oder Stempel zum Wiedereinlass nach dem Nikotingenuss mehr ausgeben. Das Problem: Manche Raucher blockierten beim Inhallieren hinter dem Zelt die Zufahrten und Rettungswege. An den Wochenenden war kaum ein Durchkommen. Die Wirte aber arbeiten weiter an Lösungen: Auch Hacker-Wirt Toni Roiderer will heuer ein eigenes Raucher-Areal am Zelt ausweisen. „Die Leute müssen dann nicht raus“, sagt Roiderer. Hippodrom-Wirt Sepp Krätz, der trotz einiger Wirren um seine Steuerzahlungsmoral heuer wieder dabei ist, hatte bereits im vergangenen Jahr einen Raucher-Balkon an seinem Festzelt installiert, auf dem seine Gäste ohne Angst vor dem verwehrten Wiedereinlass qualmen konnten. Wolfgang Nickl, Sprecher des städtischen Wirtschaftsreferats, geht bereits davon aus: „Ein Großteil der Zelte wird Raucherbereiche haben.“
Glasflaschen-Verbot
Neu auf der Wiesn ist das Verbot von Glasflaschen. Der Hintergrund: Immer mehr Jugendliche hatten zuletzt ihr eigenes Bier mit auf die Festwiese genommen. Das Ergebnis war ein Scherbenmeer. „Die Zahl der Schnittverletzungen war angestiegen“, sagt Daniela Schlegel, Sprecherin des Kreisverwaltungsreferats. „Die Gefahr war zu groß.“ Umsetzen sollen das Verbot jetzt Ordnungsdienste und die Polizei. In die Oktoberfestsatzung mit aufgenommen wurde auch ein Bettelverbot. Mit der Neuerung soll dem vermehrten Auftreten von Bettelbanden entgegengewirkt werden.
27 Jahre lang war Gabriele Weishäupl als Tourismus-Chefin verantwortlich für das Oktoberfest. In diesem Jahr wird Wirtschaftsreferent Dieter Reiter neuer Wiesn-Chef. Der SPD-Politiker schickt sich an, 2014 neuer Oberbürgermeister zu werden. Mit Spannung wird nun erwartet, was Reiter sich einfallen lässt, um durch die Wiesn Bekanntheit zu gewinnen. „Er ist ein ausgesprochen umsichtiger Mann“, lobt ihn Wirte-Sprecher Roiderer, der auch schon einen Unterschied zu Weishäupl ausgemacht hat: „Er hat kein Dirndl an.“
Matthias Kristlbauer


























































































































































































