FDP-Listenplatz für Weishäupl

Ex-Wiesn-Chefin kandidiert für den Landtag

Ein Herz für Schwarz-Gelb: Gabriele Weishäupl will in den Landtag. Foto: marcus schlaf
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Ein Herz für Schwarz-Gelb: Gabriele Weishäupl will in den Landtag.

München - Ein vorderer Listenplatz ist für die langjährige Wiesn-Chefin in Aussicht: Garbiele Weishäupl will nun in die FDP eintreten - und für den Landtag kandidieren.

Die FDP plant einen Überraschungscoup zur Landtagswahl. Führende Liberale haben sich nach Informationen unserer Zeitung darauf geeinigt, die langjährige Münchner Tourismus-Chefin Gabriele Weishäupl fürs Maximilianeum aufzustellen. Die prominente 65-Jährige, die bis zum Frühjahr 2012 fast drei Jahrzehnte das Oktoberfest verantwortete, soll einen aussichtsreichen einstelligen Listenplatz bekommen.

Die Konstellation hat Brisanz: Weishäupls langjähriger Chef Christian Ude tritt als SPD-Spitzenkandidat an, um die CSU und die Liberalen aus der Staatsregierung zu fegen. Dass seine stets loyale frühere Fremdenverkehrsdirektorin für die Schwarz-Gelben kandidiert, dürfte viele in der Stadt überraschen. Weishäupl war bisher kein Parteimitglied, galt auch nicht explizit als FDP-nah. Vize-Ministerpräsident Martin Zeil soll jedoch schon im Herbst vorgefühlt und geworben haben – mit Erfolg.

Bei einem gut zweistündigen Treffen am Montagabend einigten sich die Spitzen der FDP München und des Bezirksverbands Oberbayern auf ein Konzept für die gemeinsame Liste, die von den Delegierten in Starnberg am Samstag offiziell aufgestellt wird. Weishäupl präsentierte sich in der Runde, und das, so berichten Teilnehmer übereinstimmend, auffallend gut. „Überzeugend und sympathisch“, hieß es. Sie wolle sich im Team mit dem zuständigen Minister Zeil für Tourismus-Themen, Wirtschaft und Mittelstand stark machen.

Die Wiesn-Plakate seit 1952

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Ein Stimmkreis für Weishäupl ist nicht (mehr) frei, eine reine Listenkandidatur gilt jedoch als aussichtsreich, falls die FDP insgesamt die fünf Prozent überspringt. Oft werden bekannte Gesichter auf den Listen vom Wähler weit nach vorne gehäufelt. Der Partei wolle sie nun beitreten, versicherte die Münchnerin intern auf Nachfragen.

Offiziell mag sich in der FDP niemand zu der Personalie äußern. Erst für Donnerstag ist laut Parteikreisen geplant, die promovierte Kommunikationswissenschaftlerin den Münchner Medien zu präsentieren.

Als wahrscheinlich gilt, dass die neue Kandidatin für den Listenplatz 9 in Oberbayern vorgeschlagen wird. Die ersten Plätze sind für die Minister Zeil und Wolfgang Heubisch eingeplant, die beiden Spitzenkandidaten in Land und Stadt. Vermutlich folgen unmittelbar darauf unter anderem die amtierenden Parlamentarier Tobias Thalhammer, Renate Will, Otto Bertermann und Julika Sandt. Kampfkandidaturen sind am Wochenende spätestens auf den mittleren Listenplätzen zu erwarten.

Christian Deutschländer

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