Es hätte der Höhepunkt sein können – dabei war das ja erst der Anfang: 1800 Besucher feierten am Mittwochabend – der in diesem Fall vor allem der Vorabend des Bayerischen Landesmusikfestes war – die „Spider Murphy Gang“ im Festzelt auf dem Voksfestplatz. Darunter rockende Stadträte, Musiker aller Arten und überhaupt alle, die dazugehören, wenn in Weilheim ordentlich gefeiert wird. „100 Jahre Stadtkapelle“, frotzelte „Spider“-Sänger und -Songschreiber Günther Sigl, „und 35 Jahre ,Spider Murphy Gang’ – da kommt was z’amm...“
Spider Murphy Gang rockt in Weilheim
Volksfest Weilheim ist eröffnet
Dass dabei noch auf der hintersten Bierbank alle standen und sangen, während im Tanzbereich vor der Bühne durchgehend gehüpft wurde, lag nicht nur an den Songs selbst – es lag auch an der immer noch frischen Spielweise der nicht mehr ganz jungen Herren da vorne. Kein Zweifel: Günther Sigl (65) empfindet es auch mit grauer Tolle nicht als Last, von Hits zu leben, die großteils 20, 30 Jahre auf dem Buckel haben. Er liebt sie selbst noch, und er weiß sie mit seinen starken Musikern zu zelebrieren. Lead-Gitarrist Barny Murphy (ganz in Rot, wie immer mit Käppi und Zigarette) ist eh’ eine Bank.
11. Bayerisches Landesmusikfest: Bilder
Aber auch die über die Jahre dazugekommenen Freunde passen perfekt: Pianist Ludwig Seuss, Gitarrist Willie Duncan, Saxofonist Otto Staniloi und Schlagzeuger Paul Dax. Ehe ihnen langweilig wird, packen sie in den Mitsingschlager „Schickeria“ veritable Jazzsoli: Und doch bleibt alles Rock’n’Roll. Klar, dass der offizielle Teil mit „Skandal im Sperrbezirk“ endete. Klar auch, dass es dann noch gute 20 Minuten mit Zugaben weiter ging – bis zum „Rock’n’ Roll-Rendezvous“, dem nichts mehr folgen kann bei einem „Spider“-Konzert. Aber: Das alles war in diesem Fall ja erst der Anfang.
Von Magnus Reitinger




































































































