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    • 05.07.12
    • Siedler- u. Seefest
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Verliebt im Bierzelt

Ein kleines Detail ist beim diesjährigen Siedlerfest anders. Ein Detail, das den meisten Karlsfeldern vermutlich nicht aufgefallen ist. Klein, rund, golden. Ein Ehering. Festwirt Burkhard Greiner hat vier Wochen vor dem Bieranstich geheiratet. Seine Birgit wusste, was auf sie zukommt – sie arbeitet seit Jahren an seiner Seite.

© Habschied

Das Glück fährt mit: Beim Siedlerfest-Umzug hatte Festwirt Burkhard Greiner seine Birgit dieses Jahr erstmals als Ehefrau an seiner Seite.

Es waren mit Sicherheit tausende Bierkrüge, die sie jahrelang vor seinen Augen durch sein Zelt getragen hatte. Er fand sie sympathisch, war aber damals verheiratet – und hatte keinerlei Hintergedanken. Sie fand ihn ebenfalls sympathisch, wusste aber, dass er verheiratet ist – und machte sich keinerlei Hoffnung.

Aber da war zum Glück noch dieses Versprechen. Er hatte angekündigt, sie einmal auf einen Cappuccino einzuladen. Als Dankeschön. Dafür, dass sie ihm bei Veranstaltungen in Seniorenheimen als Bedienung geholfen hatte – ohne Geld dafür zu wollen. Dieses Versprechen forderte Birgit Rothbart ein. Sie bekam ihren Cappuccino, danach sogar noch ein Abendessen – und zwei Tage später eine SMS. „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass er sich nochmal melden würde“, erinnert sie sich. Sie ahnte nicht, wie sehr sie Burkhard Greiner beim Kaffeetrinken beeindruckt hatte. Er dachte nach dem Treffen ständig an sie, wollte sie wiedersehen, außerhalb seines Bierzelts, und hatte den Mut, ihr das zu sagen.

Seit sechs Jahren sind die beiden privat ein Paar – und beruflich ein unschlagbares Team. „Wir ergänzen uns perfekt“, sagt die 49-Jährige. „Wir kennen uns in Stresssituationen genau und wissen, wie wir miteinander umgehen müssen.“ Beide hatten nie Angst, dass es ihrer Beziehung schadet, wenn sie auch beruflich so eng zusammenarbeiten. Es ist eher umgekehrt, findet Burkhard Greiner. „Wir teilen vieles, können die Tage abends gemeinsam verarbeiten.“

Für seine Birgit hätte es auch länger noch so weitergehen können, wie seit 2006. Aber da gab es noch ein anderes Versprechen. Er wolle mit ihr alt werden, aber nicht in „wilder Ehe“, hatte Burkhard Greiner ihr gesagt. Und auch bei diesem Versprechen hakte die 49-Jährige eines Tages nach. „Also, wann heiraten wir jetzt?“ fragte sie ihn irgendwann. Diesmal bekam sie für ihren Mut nicht Cappuccino und SMS – sondern einen goldenen Ring und einen neuen Nachnamen. Ende Mai feierten die beiden Hochzeit – und sind heuer das erste Mal als Festwirte-Ehepaar von Aindling nach Karlsfeld gekommen.

Die beiden genießen ihre erste Volksfest-Saison als Frischverheiratete – und genauso freuen sie sich aber auch auf den Herbst, wenn die letzte Festwoche vorbei ist, und sie Zeit für sich haben. Dann werden sie auch die Hochzeitsreise nachholen. Auf einem Schiff. Ganz ohne Hektik und Hendl. Höchstens Cappuccino wird es geben – der hat schließlich schon einmal Glück gebracht.

(kwo)

Quelle: merkur-online

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