Es waren mit Sicherheit tausende Bierkrüge, die sie jahrelang vor seinen Augen durch sein Zelt getragen hatte. Er fand sie sympathisch, war aber damals verheiratet – und hatte keinerlei Hintergedanken. Sie fand ihn ebenfalls sympathisch, wusste aber, dass er verheiratet ist – und machte sich keinerlei Hoffnung.
Aber da war zum Glück noch dieses Versprechen. Er hatte angekündigt, sie einmal auf einen Cappuccino einzuladen. Als Dankeschön. Dafür, dass sie ihm bei Veranstaltungen in Seniorenheimen als Bedienung geholfen hatte – ohne Geld dafür zu wollen. Dieses Versprechen forderte Birgit Rothbart ein. Sie bekam ihren Cappuccino, danach sogar noch ein Abendessen – und zwei Tage später eine SMS. „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass er sich nochmal melden würde“, erinnert sie sich. Sie ahnte nicht, wie sehr sie Burkhard Greiner beim Kaffeetrinken beeindruckt hatte. Er dachte nach dem Treffen ständig an sie, wollte sie wiedersehen, außerhalb seines Bierzelts, und hatte den Mut, ihr das zu sagen.
Seit sechs Jahren sind die beiden privat ein Paar – und beruflich ein unschlagbares Team. „Wir ergänzen uns perfekt“, sagt die 49-Jährige. „Wir kennen uns in Stresssituationen genau und wissen, wie wir miteinander umgehen müssen.“ Beide hatten nie Angst, dass es ihrer Beziehung schadet, wenn sie auch beruflich so eng zusammenarbeiten. Es ist eher umgekehrt, findet Burkhard Greiner. „Wir teilen vieles, können die Tage abends gemeinsam verarbeiten.“
Die beiden genießen ihre erste Volksfest-Saison als Frischverheiratete – und genauso freuen sie sich aber auch auf den Herbst, wenn die letzte Festwoche vorbei ist, und sie Zeit für sich haben. Dann werden sie auch die Hochzeitsreise nachholen. Auf einem Schiff. Ganz ohne Hektik und Hendl. Höchstens Cappuccino wird es geben – der hat schließlich schon einmal Glück gebracht.
(kwo)








