Grenzkontrollen als Hemmnis

Aufwärtstrend vor der Wiesn-Bilanz

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"Wir sehen, dass die zweite Woche stärker ist als die erste“, sagte Wiesn-Chef und Bürgermeister Josef Schmid.

München - Liegt es am Wetter? Nach einer durchwachsenen Halbzeit-Bilanz des Oktoberfestes zeichnet sich vor dem Abschlusswochenende eine Verbesserung ab. Die endgültige Wiesn-Bilanz gibt es aber erst am Sonntag.

Eine „Genießer-Wiesn“ hat die Festleitung zur Halbzeit ausgerufen, und auch in der zweiten Woche ist es auf dem Oktoberfest ruhiger zugegangen als sonst. Mildes, sonniges Herbstwetter lockte allerdings zum Ende hin viele Besucher an. „Das Wetter ist toll, das verbessert noch mal die Bilanz“, sagte der zweite Münchner Bürgermeister und Wiesnchef Josef Schmid (CSU) am Freitag.

Es gebe nach dem kalten Wetter in der ersten Woche einen „Nachholeffekt“, sagte Schmid. Außerdem hätten die Menschen zum Monatsbeginn wieder mehr Geld in der Tasche, so dass die zweite Wiesn-Woche meist etwas stärker sei. Traditionell läuft zudem das letzte Wochenende sehr gut. Angesichts des Wetterberichts könnte könne es „ein furioses Wochenende“ werden. An diesem Sonntag wird Schmid zusammen mit Polizei und Rettungskräften eine Bilanz des 182. Oktoberfests ziehen.

Auch wenn die Wiesn zum Abschluss zulegt, scheint schon jetzt klar: „Es wird wohl keine Rekord-Wiesn werden“, sagte Schmid.

Bis zur Halbzeit am vergangenen Wochenende hatten rund drei Millionen Menschen das Volksfest besucht - gut zehn Prozent weniger als im Vorjahr. Eine der Hauptursachen für den Besucherrückgang sahen die Veranstalter im kühlen, regnerischen Wetter. Ein weiterer Grund waren offenbar die Grenzkontrollen und eingeschränkte Zugverbindungen wegen der Flüchtlingskrise. Vor allem aus Österreich und Italien registrierten Wirte und Schausteller weniger Gäste.

Grenzkontrollen schrecken Auswärtige ab

Gerade am vergangenen Wochenende, zum dem traditionell viele Italiener anreisen, sei der Trend spürbar gewesen. Er vermute, dass „die Anreise von Italien herauf beschwerlich ist“, sagte der Wirt des Löwenbräuzelts, Wiggerl Hagn, nach dem Wochenende. „Wir haben weniger Italiener gehabt und weniger Österreicher, weil sie die Grenzkontrollen nicht in Kauf nehmen wollen.“ Gerade Wohnwagen, mit denen die Italiener gerne und nicht selten mit mehr Fahrgästen als erlaubt anreisen, geraten ins Visier der Bundespolizei, da sie auch von Schleppern genutzt werden. Manche hätten wohl Angst gehabt, „dass sie Probleme bekommen, wenn sie kontrolliert werden.“

Auch die Polizei sprach von einer eher ruhigen Wiesn. Insgesamt gebe es um gut fünf Prozent weniger Einsätze, sagte ein Sprecher am Freitag. Im vergangenen Jahr mussten die Beamten der Wiesnwache 1670 mal eingreifen.

Ein Wiesnhit zeichnete sich bis Freitag nicht ab. „Ich höre immer noch sehr viel „Atemlos““, sagte Schmid. Der Ohrwurm von Helene Fischer hält sich hartnäckig auf dem Oktoberfest.

dpa

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