München - Geht es nach dem Willen der Stadt, dürfen Familien mit kleinen Kindern künftig nur noch bis zum Nachmittag ins Wiesn-Zelt. Der Sozialreferent will das Kinderverbot von 20 Uhr auf 17 Uhr vorziehen.

© Schlaf
Familien mit kleinen Kindern sollen künftig ab 17 Uhr nur noch außerhalb der Bierzelte unterwegs sein.
Auch der für die Wiesn zuständige Wirtschaftsreferent Dieter Reiter steht dem Vorhaben positiv gegenüber. „Ich hege durchaus Sympathien für die Forderung“, sagte Reiter. Er erinnerte aber auch daran, dass das Vorhaben 2008 schon einmal im Stadtrat gescheitert sei. Trotzdem sollen die Politiker heuer noch einmal abstimmen. Damals sei das Vorhaben hauptsächlich an den Bedenken gescheitert, das Verbot sei nicht durchsetzbar. Jetzt gebe es mit dem Vorschlag, die Kinder-Sperrstunde zeitgleich mit dem Reservierungswechsel einzuläuten, einen neuen Ansatz. Reiter sieht aber auch Probleme. „Wir wollen eigentlich nicht den Mittwochabendausflug einer Familie verbieten.“ Möglich sei daher auch eine Regelung, die zwischen Wochenenden und Wochentagen unterscheidet.
Josef Schmid (CSU) begrüßt den Vorstoß hingegen. Ein Festzelt nach 18 Uhr sei nichts für kleine Kinder. „So ein Fingerzeig an die Eltern ist nicht verkehrt, manche überziehen es sonst vielleicht doch.“ Das sei seine Meinung als Vater von zwei Kindern. Mit seiner Fraktion habe er das Thema aber noch nicht diskutiert.
Die beiden Chefs der Grünen-Fraktion sind unterschiedlicher Meinung. Lydia Dietrich sagte, ihr gehe der Vorschlag „ein bisschen zu weit“. Die Eltern könnten selbst „verantwortungsvoll damit umgehen“. Siegfried Benker erklärte, er halte ein früheres Verbot „aus Kinderschutzgründen für richtig“. Kleine Kinder sollten ab 17 Uhr nicht mehr in den Bierzelten sein. „Man muss die Familien aber nicht gleich rausschmeißen. Es würde reichen, wenn die Ordner sie freundlich darauf hinweisen, dass es besser wäre, mit den Kindern abends nicht ins Zelt zu gehen.“
Philipp Vetter / Johannes Patzig
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