München - Die Jubiläums-Wiesn soll die sicherste aller Zeiten werden: Der Stadtrat hat am Mittwoch das strenge Wiesn-Konzept mit drei Sperrgürteln beschlossen.
Das strengste Sicherheitskonzept in der Geschichte des Oktoberfests soll im Herbst die Jubiläums-Wiesn schützen. Drei Sperrgürtel unter anderem aus Beton und Blumenkübeln werden um das Festgelände gezogen, beschloss der Stadtrat am Mittwoch. Die Sperren und Verkehrsumleitungen sollen verhindern, dass potenzielle Attentäter auf die Festwiese gelangen. Das größte Volksfest der Welt feiert heuer sein 200-jähriges Bestehen, es dauert von 18. September bis 4. Oktober.
Die Katastrophe bei der Duisburger Loveparade mit 21 Toten führt nicht zu zusätzlichen Maßnahmen: Das Konzept, das Jahr für Jahr fortgeschrieben werde, habe sich bewährt, hieß es beim Kreisverwaltungsreferat. Zudem sei das Wiesn-Gelände rundum offen, die Besucher könnten es im Notfall verlassen.
Auch die historische Wiesn, die am Rande des regulären Geländes an die Geburtsstunde des Fests bei der Hochzeit des bayerischen Kronprinzen Ludwig mit Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen 1810 erinnern soll, bekommt eine eigene, mit Erdankern gesicherte Umzäunung. Demnächst sollen die Anwohner über die Maßnahmen informiert werden.
Bereits im vergangenen Jahr hatten die Behörden nach der Veröffentlichung eines Droh-Videos der Terrororganisation Al-Kaida gegen Deutschland die Sicherheitsmaßnahmen drastisch verschärft. Die Umgebung wurde weitgehend für den Verkehr gesperrt. Fahrzeuge konnten nur noch nach scharfen Kontrollen auf das Areal. Besucher wurden stichprobenartig kontrolliert, Taschen und Rucksäcke durchsucht.
Vor 30 Jahren wurde das Volksfest tatsächlich Ziel eines der größten Terroranschläge in der Nachkriegsgeschichte: Genau zur Halbzeit der Jubiläumswiesn, am 26. September, jährt sich das Wiesn- Attentat von 1980, bei dem 13 Menschen starben und mehr als 200 verletzt wurden. Die Bombe explodierte in einem Mülleimer - seither gibt es auf der Wiesn keine Abfalleimer mehr.
dpa
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