Damit andere feiern, müssen sie hart arbeiten: Kellner, Standlleut’, Schausteller, Wirte – kurz alle, die das Oktoberfest am Laufen halten. Doch wie ist ihre Arbeit so? Wiesn-Reporterin Nina Bautz wagt den Jobtest als Zuckerwattendreherin.

© Westermann
Oh je! Diese selbst gedrehte Zuckerwatte kann man wohl nur noch verschenken!
Nicht zu weit rein – von dem heißen Zucker kannst du dir böse Verbrennungen holen!“ Nach dieser Ansage fällt mir glatt das Holzsteckerl in die Zuckerwatte-Maschine. Auf über 100 Grad muss der Zucker erwärmt werden, damit er sich verflüssigt. Durch kleine Düsen in der Mitte der großen Alu-Schüssel schießt er dann nach außen, noch während des Flugs erhärtet er – so kommt’s zu den Fäden.
Zweiter Versuch: Vorsichtig drehe ich das Steckerl am Rand der Schüssel entlang, gleichzeitig soll ich es zwischen den Fingern drehen. Aber wie, wenn der Stecken kantig ist? „Schneller“, sagt die Chefin Gabi Strenge-Pedersen. „Sonst kommst du nicht mit.“ An meinem Unterarm und der Dirndl-Bluse klebt’s schon. Zum Glück sind die Fäden nur noch lauwarm. Es ist heiß über der Schüssel.
Allmählich hab’ ich’s aber raus. Beim dritten Versuch klappt es sogar so gut, dass ich den Zuckerberg verkaufen kann. Der Kunde ist zufrieden.
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