Ihr Job ist es, für Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Und notfalls Besucher abzuweisen. Das macht die Zeltordner zu den wohl unbeliebtesten Personen auf der Wiesn. Nina Bautz hat als Ordnerin mitgeholfen.

© Westermann
tz-Wiesn-Reporterin Nina Bautz hat einen Nachmittag als Zeltordnerin in der Ochsenbraterei gearbeitet.
Ein Mann schlupft unter dem rot-weißen Band hindurch, dann gerät alles außer Kontrolle. Zwei Ordner springen auf ihn zu, halten ihn fest, die anderen nutzen die Gunst: Dutzende Gäste strömen in den abgesperrten Biergarten, ein Mädchen fällt hin. Das ist mir zu brenzlig. Ich verstecke mich hinterm Breznstandl.
Ordner am Italienersamstag – das ist kein Spaß. Schon um 11.30 Uhr machen meine Kollegen das Zelt dicht. Um 14.30 Uhr kommen die Biergärten dran. Mein Chef stellt mich an den Haupteingang und drückt mir eine Rolle Plastikband in die Hand: Leute wegdrängen! Absperren! Mein Herz pocht.
Ich werde zum „Streife gehen“ im Zelt abkommandiert – nicht umsonst der unbeliebteste Job unter den Ordnern. Gang rauf, Gang runter. „Auf die Seite, bitte!“ Ist das laaangweilig. Immerhin lächeln die Bedienungen, die ohne uns nicht durchkämen. Als um 17 Uhr der Reservierungswechsel ansteht, stehle ich mich ins Freie. Die Gäste schauen so aggressiv. Zwar hat mir der Chef vorher gezeigt, wie ich im Notfall das Handgelenk packen muss. Anwenden würde ich das aber nicht.
Eher muss ich aufpassen, dass mich keiner plattmacht. Draußen herrscht Chaos. Das Absperrband flattert in zwei Teilen im Wind. Selbst zu dritt können meine Kollegen den Ansturm nicht aufhalten. Ich renne ins Büro und ziehe die Uniform aus. Ich stehe lieber auf der anderen Seite.
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