München - Die erste Bierpreiserhöhung in der Geschichte des Oktoberfestes war 1823 und 1824, aber nicht, weil Wirte und Brauereien mehr Geld verlangten, sondern weil die Münchner Oper abgebrannt war:
In beiden Jahren kostete jede Mass Bier auf der Wiesn einen Kreuzer mehr! Es war eine von König Max I. verordnete Biersteuer zugunsten des Wiederaufbaus der soeben abgebrannten Oper, die sich auf den ersten Blick gering anhört, aber bei einem Bierpreis von vier Kreuzern pro Mass satte 25 Prozent ausmachte! Und das kam so:
Aber auch die Feuerwehr stand tatenlos herum, da das Löschwasser eingefroren war. Womit also in die Flammen spritzen? Da hatte König Max I., der mit Kronprinz Ludwig und Baumeister Leo von Klenze am Fenster der Residenz der Katastrophe zusah, die grandiose Idee, die Bierfässer vom nahegelegenen Hofbräuhaus zu beschlagnahmen und damit zu löschen! Ob auf Befehl oder freiwillig: Fass um Fass rollte an, „indem die Bierbrauer ihr auf der Kühle liegendes Bier zum Brande führten“, wie Bürgermeister Jakob von Bauer schrieb. Genützt hat’s nix und die Oper brannte nieder.
Die kurz darauf erfolgte 25-prozentige Biersteuer sieht sehr nach Strafe für die Münchner aus, die „nur gaffend“ um die brennende Oper standen. Im Gegensatz zu späteren, weit geringeren Bierpreiserhöhungen leisteten die Münchner diesmal aber keinen Widerstand. Sie spülten den höheren Preis stillschweigend runter, sodass Leo von Klenze dank des großen Durstes der Münchner sehr schnell die Oper wieder in alter Pracht errichten konnte. Am 2. Januar 1825 wurde sie zum zweiten Mal neu eröffnet.
Heinz Gebhardt
Facebook 'Like Box' wird geladen...

Facebook 'Like Box' wird geladen...




Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.