München - Würde der „traditionelle Einzug der Wiesnwirte“ wirklich „traditionell“ ablaufen, dann müsste die Polizei jeden Einzug sofort stoppen und die Wirte wegen groben Unfugs anzeigen.

© Schlaf
Kein „grober Unfug“ mehr: Kellnerinnen beim Wirte-Einzug heute.
Auch auf der Wiesn wollte er mit Steinen und Hanteln die Gäste in sein Zelt locken und selbst als Kraftmensch auftreten. Aber das verbot ihm der Stadtrat. In Zeitungsanzeigen bedauerte er umgehend das Verbot mit dem Hinweis: „Kommt’s dafür nach der Wiesn zum Steinheben in meine Wirtschaft Zum bayrischen Herkules!“ – Nicht verbieten konnte man ihm dagegen den Ausschank von seinem „Oktoberfest-Kraftbier“, zu dem eine schwergewichtige „Athletenkapelle“ aufspielte.
Markenzeichen des „bayrischen Herkules“ war sein riesiger Schnurrbart, der weit über München hinaus bekannt war und von dem er selber sagte, er komme daher, weil er einmal „a Oachkatzl g’schnupft“ hat. Das prächtige Barthaar kann man heute noch in einem Bronzerelief auf seinem Grabstein im Ostfriedhof bewundern (Grab Nr. 46-5-12).
Heinz Gebhardt
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