Oide Wiesn bleibt so ein bisserl

Festzelt „Tradition“ darf auf Landwirtschaftsschau

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Der Biergarten vom Festzelt Tradition.

München - Im kommenden Jahr findet während des Oktoberfests das Zentrale Landwirtschaftsfest (ZLF) statt. Für die Oide Wiesn ist deshalb kein Platz. Das „Festzelt Tradition“ allerdings wird trotzdem aufgebaut. Es soll Besuchern der Wiesn und des ZLF gleichermaßen zur Verfügung stehen.

Über eine halbe Million Besucher haben heuer die Oide Wiesn auf der Theresienwiesebesucht. Im nächsten Jahr werden es null sein, denn das südliche Drittel der Theresienwiese ist dann vom Zentralen Landwirtschaftsfest besetzt. Alle vier Jahre zeigt der bayerische Bauernverband dort neue landwirtschaftliche Maschinen, Vieh und Ställe.

Nach der Wiesn 2015 war Bürgermeister Josef Schmid (CSU) von verschiedenen Seiten darauf angesprochen worden, ob es nicht die Möglichkeit gebe, die Oide Wiesn stattfinden zu lassen – parallel zum ZLF. Mehrere Unterredungen fanden daraufhin statt, ehe ein Kompromiss gelang. Das ZLF verzichtet auf sein eigenes Bierzelt, stattdessen werden die Wirtsfamilien Winklhofer & Wieser, die auch den Ratskeller betreiben, das von der Oidn Wiesn bekannte „Festzelt Tradition“ aufschlagen. Es wird wieder traditionelle Volksmusik, einen Tanzboden, Keferloher Krüge und Augustiner-Bier vom Fass bieten. Ob reserviert werden kann, ist noch nicht geklärt, auch die Höhe des Bierpreises wird erst kommendes Jahr festgelegt. Für traditionelle Fahrgeschäfte, wie man sie von der Oidn Wiesn kennt, ist 2016 zu wenig Platz.

Das Landwirtschaftsfest läuft vom 17. bis 25. September – während der ersten Wiesn-Woche. In dieser Zeit ist der Eintritt fürs Festzelt Tradition kostenlos, in der zweiten Wiesnwoche kostet der Besuch zwei Euro. Geplant ist, dass nach Beendigung des ZLF rund um das Festzelt ein Dorfplatz mit Info- und Verkaufsständen erhalten bleibt. Gestern präsentierten Bürgermeister Josef Schmid und der Präsident des Bauernverbands, Walter Heidl, das Konzept. Beide betonten die traditionelle Verbindung zwischen Landwirtschaftsfest und Wiesn. „Die Feste gehören historisch zusammen“, sagte Schmid.

Das ZLF wird seit 1811 gleichzeitig mit dem Oktoberfest ausgerichtet, bis 1996 fand es sogar jedes Jahr statt, seitdem im Vier-Jahres-Turnus. 2012 kamen 370 000 Besucher. Einer Verlegung des ZLF an einen anderen Ort, wie es aktuell in einer Petition im Internet gefordert wird, erteilte Schmid eine Absage. „Diese Petition hat überhaupt keine Tragweite. Das ZLF bleibt.“ Gleichwohl müsse sich der Stadtrat damit befassen. Rund 750 Menschen haben die Petition bislang unterschrieben. Walter Heidl, Präsident des Bauernverbands, dankte Schmid für dessen „klares Bekenntnis“ zum ZLF, das unter dem Motto „Landwirt-schaf(f)t Heimat“ steht. „Das Zentrale Landwirtschaftsfest macht die Wiesn noch ein Stück bayerischer“, sagte Heidl.

Oide Wiesn: So gemütlich ist es im Museumszelt - die Bilder

dpa

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