Traditionskenner wissen genau, welche Frau im Dirndl sie ansprechen dürfen und von welchem Flirt man besser die Finger lässt. Denn die Dirnd-Schleife verrät mehr als man vermutet:

© Andrea Wurm
Diese junge Frau wäre nach dem "Schleifen-Gesetz" vergeben, da sie vorne rechts gebunden ist.
Ein Dirndl zu tragen ist vor allem ein Spiel – und eine Spielwiese für allerlei Raffinessen. Denn die Seite, auf der die Schleife gebunden ist, verrät den Beziehungsstatus der Dirndlträgerin.
“Sitzt die Schleife links, ist die Frau noch zu haben, erläutert Edda Hutter, Vorsitzende des Ausschusses für Trachtenpflege und -forschung im Bayerischen Trachtenverbands aus Kipfenberg (Bayern). Ist die Schleife auf der rechten Seite gebunden, ist die Dame vergeben.
Vorderseite, Mitte: Jungfrau
Rückseite, Mitte: Witwe
Vorderseite rechts: in festen Händen
Vorderseite links: noch zu haben.
Doch Vorsicht: Nicht jeder Flirt ist auch gewünscht. Laut Brauchtum müssen auch verlobte und verliebte Frauen die Schleife noch links tragen. Nur Verheiratete gelten als “ganz vergeben“, sagt Edda Hutter.
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