502.07.11|Essen & Trinken|Essen & Trinken|1
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München - Steigt der Bierpreis nur ein Jahr nicht, schäumt der Münchner vor Freude schier über. Das ist aber leider sehr selten der Fall – wie unsere große Bierpreisstatistik zeigt.
Mitte des 19. Jahrhunderts beginnt das Gerangel der Wiesn-Wirte mit der Stadt um einen moderaten Bierpreis. 1865 hebt eine königliche Verordnung schließlich den Biertarif auf. In der Zeit von König Ludwig II. und in der Prinzregentenzeit werden für die Mass rund 25 Pfennige verlangt. Ein Schweinsbraten mit Knödel schlägt mit 30 bis 35 Pfennig zu Buche. Zum 100. Geburtstag der Wiesn 1910 wird ein Bierpreis von 38 Pfennig vermeldet, 1922 kündigt sich die Inflation an: Die Mass kostet 50 Mark, das Hendl 500 Mark. Ein Jahr später werden bei einem der Ersatzfeste 21 Millionen Mark fürs Bier verlangt. 1925 ist der Bierpreis bereinigt: Ein Liter kostet eine Mark, 1933 wird der Bierpreis heruntergesetzt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gibt’s 1949 die erste Mass Vollbier für 1,70 D-Mark. Da verdient ein Baufacharbeiter gerade mal 1,39 D-Mark in der Stunde. 1950 sinkt – bis heute rätselhaft – der Preis um ein Zehnerl. Das ist und bleibt einmalig. Seitdem steigt der Bierpreis kontinuierlich an. Nur 2003 wird eine Nullrunde eingelegt. Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid: „Die Diskussion um den Bierpreis gehört in München dazu wie die Gespräche übers Wetter.“
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