Zu schön, um wahr zu sein

Gibt's des? Giesinger Bräu auf der Wiesn

fkn
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Steffen Marx (re.) und Simon Rossmann beim Spatenstich auf der Theresienwiese

München - Die kleine Kult-Privatbrauerei Giesinger Bräu hat bekanntgegeben, dass sie heuer mit einem eigenen Zelt auf die Oide Wiesn kommt. Und das zum 1. April. Ist da was dran?

 „Wir alle sind überglücklich. Es war eine Riesen-Überraschung“, sagt Steffen Marx, der die Brauerei 2006 in der Birkenau gegründet hat. Eine Wiesn-Zulassung bei einer Jahresproduktion von 1000 Hektolitern (Paulaner hat knapp drei Millionen) – fast zu schön, um wahr zu sein …

Hier auf der Oidn Wiesn– so sagt Giesinger Bräu – soll ihr Zelt stehen. Ein Aprilscherz, wie sich herausstellte

Nett und klein, aber professionell sieht das Modell der sogenannten Wiesn-Hütte aus. Drinnen soll es bernsteinfarbenen Bräu-Märzen mit 6,3 Prozent Alkoholgehalt geben, dazu Würstl, Hendl und Steckerlfisch. Einen Wiesnplan mit dem geplanten Standort gibt’s auch schon (siehe rechts) – genauso wie ein Foto von Marx und Mit-Teilhaber Florian Sommer beim symbolischen Spatenstich auf der Theresienwiese.

Alles nur ein April-Scherz

Komisch nur: Die Zulassungen für die Oide Wiesn 2013 wurden schon vor zwei Wochen im Stadtrat abgesegnet – und da waren die Burschen vom Giesinger Bräu kein Thema. „Die haben sich heuer gar nicht beworben“, sagt Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid (SPD). Er glaubt an einen Aprilscherz … und hat recht damit!

„Wir wollten mit dieser Aktion Aufmerksamkeit erregen“, sagt Florian Sommer von Giesinger Bräu zur tz. „Wir sind eine echte Münchner Brauerei, die im Gegensatz zu einigen der sechs großen Brauereien zu hundert Prozent im Stadtgebiet braut und nicht wie andere zu einem internationalen Konzern gehört – und sind trotzdem nicht auf der Wiesn!“

Bayern oder Ballermann: Wiesn-Zelte im Vergleich

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Von 2008 bis 2011 hätten sich die Jung-Brauer für die Wiesn beworben – und immer eine Absage erhalten, so Sommer. „Wir seien zu klein und hätten keine Gastro-Erfahrung, hieß es.“ Da diese Argumente in deren Augen nicht ausreichen, sind sie auch bei der Facebook-Gruppe „Für Zulassung kleiner Münchner Privatbrauereien auf der Oidn Wiesn“ aktiv.

„In zehn Jahren wollen wir’s auf die Wiesn schaffen“, sagt Sommer. „Mit einem kleinen Zelt auf der Oidn Wiesn, nicht mit einem großen Party-Zelt. Das würde nicht zu uns passen.“ Immerhin: Ende des Jahres soll die neue Brauerei am Giesinger Berg fertig sein: mit einer Kapazität bis zu 15 000 Hektolitern und einem Gastro-Bereich, in dem sie Erfahrung sammeln können. Sommer: „Wir sehen uns auf der Wiesn!“

Nina Bautz

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