Isarseidl vs. Keferloher

Der Maßkrug – viel mehr als nur ein Glas

Maßkrug Keferloher Isarseidl

Die Maß – um sie dreht sich auf dem Oktoberfest eigentlich alles. Sie ist viel mehr als ein Liter Bier, sie ist eigentlich alles – zumindest in der Wiesnzeit. Und sie kommt in einem ganz speziellen Behältnis: dem Maßkrug.

Maßkrug Keferloher Isarseidl

Grundsätzlich werden in München zwei Sorten Bierkrüge unterschieden: Der Isarseidl und der Keferloher. Auf dem Oktoberfest ist seit den 50er-Jahren ausschließlich der gläserne Isarseidl im Einsatz. Er hat sich als hygienischer und auch günstiger erwiesen. Zwar gibt es ihn auch als Halbliter-Glas, aber auf der Wiesn wird Bier in solch geringen Mengen gar nicht erst ausgeschenkt.

Die Ringe auf dem Maßkrug

Eine Maß ist übrigens perfekt eingeschenkt, wenn der Schaum erst am Beginn des glatten Teils des Kruges anfängt. Allerdings sollte man dabei eine gewisse Toleranz walten lassen, denn die Schankkellner auf dem Oktoberfest haben nicht die Zeit, jede Maß milimetergenau einzulassen. Doch bei vielen Zeltbesuchern hört diese Toleranz beim unteren Drittel des obersten „Rings“ auf. Sie können verlangen, dass nachgeschenkt wird – aber bleiben Sie freundlich dabei.

Die Ringe auf dem Seidl sind übrigens gerade bei jüngeren und trinkfesteren Oktoberfest-Besuchern sehr beliebt, um Wetttrinken zu veranstalten. Nach dem Motto „ Ein Ring pro Anheben der Maß“ kann ein solcher Wiesn-Ausflug dann aber sehr schnell in einem gewaltigen Kater enden.

Keferloher Maßkrug doch besser?

Fast ausgestorben – zumindest auf dem Oktoberfest – ist der Keferloher. Dieser Stein- bzw. Tonkrug war lange Zeit in Gaststätten, Biergärten und auch auf der Wiesn gebräuchlich. Viele Kenner geben ihm noch heute den Vorzug vor einem Glaskrug. Denn die dicke Steinwand hält das Bier länger kühl und den Schaum länger frisch. Und – wenn man den Feinschmeckern glauben mag – das Bier schmeckt darin auch besser.

Doch so ein Steinkrug ist zum einen ziemlich schwer und zum anderen auch ziemlich teuer. Darum schwenkten die Brauereien, die auf dem Oktoberfest ausschenkten, ab 1955 immer mehr auf den leichteren und besser zu reinigenden Glasseidl um.

Der Keferloher ist aber auf dem Oktoberfest immer noch präsent: Als Sammlerkrug nämlich. Jedes Jahr kommt ein neuer heraus. Dabei unterscheidet man zwischen dem offiziellen Wiesn-Krug und dem Wirte-Krug. Ältere Stücke erzielen bei Sammlern mittlerweile beachtliche Preise. Es kann sich also lohnen, die Krüge zu sammeln.

Der Maßkrug nur gekauft als erlaubtes Souvenir vom Oktoberfest

Nicht empfehlenswert ist es übrigens, einen „gebrauchten“ Maßkrug als Souvenir mit nach Hause nehmen zu wollen. Denn die Krüge sind Eigentum des Zeltes. Man zahlt nur den Inhalt – nicht das Behältnis. Und die Wirte lassen an den Ausgängen kontrollieren. Wenn der Dieb Glück hat, muss er das geklaute Mitbringsel nur herausrücken – wenn er Pech hat, kassiert er eine Anzeige. Und selbst wenn der Krug aus dem Zelt herausgeschmuggelt werden konnte: Auch die Polizei, die auf dem Oktoberfest überall kontrolliert, hat ein Augenmerk auf gestohlene Krüge.

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